Öffentliche Besichtigung am 29. Juni

Phänomenta-Rohbau  kurz vor dem Abschluss

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In der Aussparung der Decke des Obergeschosses schwingt das Foucault’sch Pendel über einer Glasplatte, so dass der Ausschlag auch von unten zu beobachten ist.

Lüdenscheid - Der Rohbau steht kurz vor dem Abschluss. Ende August soll der Turm auf dem Neubau der Phänomenta stehen. 150 Tonnen Stahl in mehr als halbmeterdicken Rohren werden darin verbaut. 75 Meter hoch über Grund werde der Turm ab der Dachkonstruktion, die in der kommenden Woche mit Beton vergossen wird.

Ab dort seien noch 64 Meter Höhengewinn zu schaffen, hieß es am Dienstag auf der Baustelle im LN-Gespräch mit Frank Kuschmirtz (ZGW) und den Architekten Andreas Beckmann (ZGW) und Linus Wortmann (kkw-Architekten)

Führung für jedermann

Wer sich für das Millionen-Projekt der Regionale und der Denkfabrik interessiert, kann sich davon einen Eindruck verschaffen am Sonntag, 29. Juni. "Die Baustellenführung für jedermann!“, so der Titel, wird den technisch anspruchsvollen und dann vollendeten Rohbau zeigen. Von 11 bis 18 Uhr öffnet sich die Phänomenta-Baustelle dann für die Öffentlichkeit mit Plänen und Erklärungen.

Denn zu erklären gibt es vieles. Der gesamte Baukörper mit zwei Etagen plus Dach ist als ein einziges tragendes Teil durchgerechnet worden, das die gewaltigen Kräfte aufnehmen soll, wenn Winddruck und -sog am Pendelturm zerren, der sich in der spitze um 20 Zentimeter bewegen darf.

Die Zugkräfte werden aufgefangen durch die schlüssige Verbindung des Stahlkörpers mit dem Gebäude und bis ins Fundament. Das erklärt auch die mächtige Dachkonstruktion, die an den längsten Stellen bis zu 25 Meter freispannend ausgeführt wird. Tausende Stahlstützen und Alukonstruktionen halten die Schalung, in die in der kommenden Woche kubikmeterweise Beton gepumpt wird.

900 Quadratmeter Kunststoffgewebe

Auch im Altbau alles im Plan: Andreas Beckmann, Linus Wortmann und Frank Kuschmirtz in einem der bereits fertiggestellten Räume.

Darin verankert wird der Turm, der probeweise beim Hersteller vormontiert und dann in Lüdenscheid von zwei Kränen aus verschraubt wird. Bis zu sechs Rohre laufen an den Knotenstellen zusammen. Und darin eingehängt wird schließlich die Membran aus einem lichtdurchlässigen Kunststoffgewebe, einer Membran die vielfach im Stadionbau verwendet wird.

Industriekletterer werden die Aufgabe übernehmen, das Gewebe mit einer Gesamtfläche von 900 Quadratmetern zwischen den Turmstreben zu verspannen. Zum leuchtenden Wahrzeichen Lüdenscheids wird der Turm zum Ende des ersten Quartals 2015, dezent leuchtend in einem warmen Weißton. - flo

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