Frauen reden bei Kerzenlicht

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Interessierte Frauen in der Diskussion mit Petra Crone (v.l.), zu der Susanne Meese (v.r.) eingeladen hatte.

Lüdenscheid - Zu einer Candlelight-Gesprächsrunde mit MdB Petra Crone hatte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Susanne Meese, eingeladen.

Aktuelle Frauenthemen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Zeit für die Familie, Frauenquote und Betreuung sowie das von der SPD angedachte Entgeltgleichheitsgesetz standen auf dem Plan. Etliche Mitglieder waren der Einladung gefolgt, hörten und diskutierten angeregt über diese typischen Frauenthemen. Tenor aus der Runde: Zu allen Zeiten sind Frauen Kompromisse in der Arbeitswelt eingegangen, um trotz Arbeit für ihren Nachwuchs präsent zu sein.

„Ich habe meine Arbeitsstelle nicht nach meiner Qualifikation ausgesucht, sondern danach, ob ich mein Kind mit an meinen Arbeitsplatz nehmen kann“. Die Folge: Schlechterer Lohn und hoher Einsatz bei wenig sozialer Absicherung. Es müsse darum gehen, an den Themen zu arbeiten, um bessere Bedingungen für Frauen zu schaffen, meinte Petra Crone. „So lange Frauen immer noch 22 Prozent weniger Geld verdienen als ihre männlichen Arbeitskollegen, gibt es Handlungsbedarf“, sagte die Politikerin, die ihre Finger in eine weitere Wunde legte: schlechte Bezahlung in typischen Frauenberufen. Ein Beispiel: Pflegende, die bettlägerige Patienten lagern müssen, bekommen keine Zulagen, ein Arbeiter auf dem Bau aber wohl. „Beide heben schwer“. Oder: Wer am Auto schraubt, verdient mehr als der, der sich um Menschen kümmert und diese pflegt. Zwar seien 71 Prozent der Frauen berufstätig, doch überwiegend in entweder schlecht bezahlten oder Minijobs tätig. Die Folge: programmierte Altersarmut.

Auch die Frage der Kinderbetreuung bleibe ein Problem. Viele Frauen aus der Runde berichteten aus persönlicher Betroffenheit und erzählten von ihren Mühen und Kämpfen, eine familienfreundliche Lösung zu finden, die gleichwohl der Berufstätigkeit sowie den Bedürfnissen der Familie gerecht wird. Der Entwurf eines Entgeltgleichheitsgesetzes liege in der Schublade und konnte bislang im Bundestag nicht verabschiedet werden, so Crone. Ihr Fazit: „Es bleibt noch viel zu tun“.

Am 26. April fährt die AsF Unterbezirk Märkischer Kreis zum Landtag. Im Anschluss gibt es eine Feier zum 150-jährigen Bestehen der SPD im Willy-Brandt-Haus Lüdenscheid, bei der Franz Müntefering zugegen sein wird. Interessenten können sich bis zum 15. April bei Anke Srehl unter der Rufnummer 0 23 72/ 1 09 16 anmelden. - maya

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