Französisches Unternehmen kauft Swissmetal GmbH

Jetzt unter französischer Flagge: die Swissmetal GmbH an der Altenaer Straße.

LÜDENSCHEID ▪ Seit Freitag ist die Swissmetal Lüdenscheid GmbH Teil des französischen Kupferhalbzeug-Unternehmens Le Bronze Industriel. Wie Swissmetal jetzt in der Schweiz bekannt gab, übertrug sie ihre Beteiligung an Swissmetal Lüdenscheid auf die Gesellschaft LBIS, die wiederum im Mehrheitsbesitz von Le Bronze Industriel SAS steht.

Le Bronze gilt als ein führender Hersteller von Kupferlegierungsprodukten. Das Unternehmen erzielte zuletzt mit 700 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 110 Millionen Euro. Swissmetal Lüdenscheid erwirtschaftete mit 189 Mitarbeitern am Standort an der Altenaer Straße einen Umsatz von etwa 55 Millionen.

Bekanntgegeben wurde der Kauf der Lüdenscheider Tochter des in erhebliche Turbulenzen geratenen schweizer Unternehmens unterdessen auch von Le-Bronze-Präsident Michel Dumont. Er reiste zudem am Dienstag nach Lüdenscheid, um die hiesige Belegschaft persönlich über die Hintergründe des Transfers und Zukunftspläne zu informieren. Dem Vernehmen nach gab es dabei mehrfach Beifall: Dumont habe, wie schon auf der Internetseite von Le Bronze, die Synergie- und Ergänzungseffekte herausgestellt, die sich aus dem Kauf des Lüdenscheider Werkes für das neue Gesamtunternehmen ergeben.

Hoffnungsvoll äußerte sich auf LN-Anfrage dazu auch der IG-Metall-Bevollmächtigte Bernd Schildknecht: „Das sieht gut aus, da scheint sich tatsächlich vieles zu ergänzen.“ Schon in Kürze wolle die IG Metall mit der Geschäftsführung sprechen. Im Dezember soll es dann eine Betriebsversammlung geben.

Wie berichtet, konnte die als wirtschaftlich gesund geltende Lüdenscheider Swissmetal-Filiale weitgehend aus den Kalamitäten der Mutter in der Schweiz herausgehalten werden. Dort hatte es wegen der wirtschaftlichen Schieflage schon eine Lagersperre durch Gläubigerbanken und Verhandlungen um Massenentlassungen gegeben. Entsprechend waren die Zukunftssorgen bei den Beschäftigten der Lüdenscheider Tochter, beim Betriebsrat und der IG Metall MK gewachsen.

Allerdings hatte Swissmetal bereits 2008 im Rahmen eines Firmentarifvertrags den Erhalt des Produktionsstandortes Lüdenscheid bis Ende 2014 zugesagt. Der IGM-Bevollmächtigte Bernd Schildknecht hatte dies damals als „Zukunftsvertrag“ bezeichnet, der auch durch einen Verkauf nicht außer Kraft gesetzt werde. Zugleich war bis 2013 vereinbart worden, dass im Betrieb zeitlich befristete Mehrarbeit geleistet wird, sofern es Investitionen gibt.

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