Impressionistische Klangbilder bei "L'art francais"

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Franziska Förster (Gesang) und Lena Pieper (Rezitation, Saxophon) bewiesen beim gespielten Chanson komödiantisches Geschick.

LÜDENSCHEID - Breit gefächert, mit literarischen wie musikalischen Kostbarkeiten gespickt und auf hohem Niveau unterhalten durchgezogen: Der Abend mit dem Titel „L’art français“ fand großen Anklang beim Publikum und hat den gewaltigen Applaus am Ende mehr als verdient.

Erlesenes aus französischer Musik und Poesie boten Franziska Förster (Gesang), Lena Pieper (Rezitation, Saxophon) und Andrea Ertz am Klavier.

Humorvoll, sensibel, fein und elegant lief es auf musikalischer Ebene ab. So wählte die Sopranistin Franziska Förster bei der Interpretation von Brels Chanson „Ne me quitte pas“ konsequent wie eindrucksvoll ihre Linie femininen Ausdrucks und überzeugte. So unvermeidlich Piaf-Lieder an so einem Abend sein mögen, Förster widmete sich ausschließlich dem Chanson, verfiel weder im Ausdruck, noch mit einem einzigen Ton der Lockung, anbiedernd mehr Kraft in die Stimme zu packen. Das machte diesen Abend so überaus spannend wie musikalisch ertragreich. Das Publikum hatte ein feines Gespür dafür, lauschte gebannt und applaudierte den Interpreten, keinesfalls den eigenen Erinnerungen.

In gleichem Maße verfuhren die zwei Instrumentalistinnen, die beide auch ein erkleckliches Maß an solistischen Vertracktheiten zu bewältigen hatten. Da legte Andrea Ertz gleich zu Beginn bei Joaquín Nins Vertonung von „Le chant du veilleur“ einen traumhaften Part hin. Lena Pieper konnte mit „La Marchande d’eau fraîche“ am Saxophon mit herrlichen impressionistischen Klangbildern und virtuosen Kapriolen überzeugen.

In der Pause gab es Rebensaft und Quiche, dafür sorgten die Ehrenamtlichen des Fördervereins der Musikschule. Nachdem jedoch die Liebe genug besungen, die Reise nach Paris erledigt, der Himmel über der Stadt beschrieben und auch die Seine gerühmt war, schien es auch an der Zeit, Humor und Ernst miteinander zu verbinden. So kam es zum gespielten Chanson „Tu t’laisses aller“ von Charles Aznavour. Franziska Förster als trinkender wie leicht betrunkener Ehemann, Lena Pieper mit Küchenschürze als dessen Ehefrau. Just so hatte dereinst auch Aznavour sein Lied im Jahre 1960 mit Partnerin dargeboten. Pieper erwies sich dabei als komödiantische Begabung. Bei ihren Kommentaren gestützt von trefflichem Mimenspiel und Gestik, blieb kein Auge trocken. Ein Riesenvergnügen, wie die beiden diese musikalisch bestimmte Spielszene umsetzten.

Inhaltlich bot „L’art français“ Bekanntes wie auch ausgegrabene Schätze, glänzend aufgelegte Solistinnen und damit einen Abend mit besonderem Flair. - usc

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