Dezember: Verlagschef Frank Seltmann

Hochwertige Foto- und Kunstbücher sind Frank Seltmanns Leidenschaft.

LÜDENSCHEID - Es sind die außergewöhnlichen Menschen, für die sich Frank Seltmann interessiert. Es sind diese Menschen, die ihn und sein Leben geprägt haben. Und die ihn selbst zu einem ganz besonderen Menschen gemacht haben. Frank Seltmann ist unser „Lüdenscheider des Monats Dezember“.

Der Seniorchef des Verlags seltmann + söhne und des Druckereibetriebs Seltmann Printart ist in diesem Jahr 65 Jahre alt geworden, hat die laufenden Geschäfte an die nächste Generation der „Seltmänner“ abgegeben. Doch noch immer sieht man ihn fast täglich hinter seinem Schreibtisch an der Wefelshohler Straße oder in der Berliner Verlags-Dependance. Denn Menschen hören nun mal nicht auf, spannend zu sein. Und die Arbeit wird auch nicht gerade weniger.

1985 hatte Frank Seltmann den väterlichen Betrieb gekauft. In den 90er-Jahren änderte sich dann ganz allmählich die Ausrichtung des Geschäftsfeldes. Zu den klassischen Druckerei-Aufträgen kam 2004 die Gründung des Verlags, der mittlerweile zu einem Schwergewicht unter den deutschen Kunstbuch-Verlagen geworden ist. Und das hat auch mit einem Menschen zu tun – mit Uwe Obier.

Der damalige Leiter der städtischen Galerie nämlich weckte Frank Seltmanns Interesse an der bildenden Kunst, wurde zum Freund und machte ihn zu einem Kunst-Liebhaber. Seltmann avancierte zu einem Förderer der Galerie, druckte Kataloge, half mit Sach- und Dienstleistungen und trug somit seinen Teil zum Überleben dieser Lüdenscheider Institution in schwierigen Zeiten bei.

Auf Anregung von Kulturhaus-Leiter Stefan Weippert engagierte sich der Verleger als Präsident des Rotary-Clubs Lüdenscheid-Mark im Jahr 2004/05 gemeinsam mit seinem Präsidenten-Kollegen Prof. Dr. Gerfried Giebel für die Wiederherstellung der Waldbühne im Stadtpark. Dass der Stadtpark heute kulturell so lebendig ist, dass dort Feste gefeiert und Theaterstücke aufgeführt werden, dass auf der Waldbühne gesungen und getanzt wird – das ist nicht zuletzt Frank Seltmanns Verdienst. Zwei weitere Großveranstaltungen sind mit dem Namen des Verlegers verknüpft. Drei Kataloge für die Lüdenscheider „LichtRouten“ entstanden in seinem Haus, und Frank Seltmann hat 25 Jahre lang gemeinsam mit Günter Isemeyer den größten Flohmarkt des Sauerlands auf dem Stadtfest organisiert.

Die Söhne Arno, Oliver, Bernhard und Kuno haben sich übrigens ebenso dem Mediengeschäft verschrieben – zum Teil im Familienunternehmen – wie Tochter Pia, die in Siegen Literatur-Medienwissenschaft und Kunstgeschichte studiert. Mit ihnen geht’s einmal im Jahr zu einem großen Tauchurlaub. Denn Frank Seltmann ist und bleibt ein Familienmensch. Deswegen fiel ihm der Entschluss auch leicht, als einer der Haupt-Sponsoren wesentlich zum Gelingen des „Familienmonats“ (Famo) in diesem Herbst beizutragen.

Der gebürtige Lüdenscheider ist ein „Stehaufmännchen“. Das große Druckerei-Sterben zu Beginn des neuen Jahrhunderts überlebte bundesweit nur zwei Drittel der Betriebe. Seltmann war dabei – nicht zuletzt dank der rechtzeitigen Einstellung hochqualifizierter Fachkräfte und der Ausrichtung auf den Foto- und Kunstbuch-Markt. Und auch ganz privat rappelt sich Frank Seltmann immer wieder schnell auf. Erst im Oktober wurde ihm ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Doch schon am 1. Februar geht’s mit Ehefrau Katharina nach Kalifornien – zu einer seiner geliebten Motorrad-Touren.

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