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Wenn die Welt noch schläft: Lüdenscheid im richtigen Licht 

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Von: Jutta Rudewig

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Kelnderbild Kalender Lichtlinien Dimek
Das Dezember-Bild der „Lüdenscheider Licht-Linien“: ein weihnachtlicher Traktor. © Frank Dimek

Der große Unbekannte ist der Lüdenscheider Hobbyfotograf längst nicht mehr. Beim Fotowettbewerb „Glanzlicht 2020“, bei dem der Märkische Kreis dazu aufgerufen hatte, die spektakulär beleuchtete Burg Altena zu fotografieren, gewann Frank Dimek mit einem fotografischen Blick auf die Burg im Seitenspiegel seines Autos.

Lüdenscheid - Zum Fotowettbewerb „25 Jahre Phänomenta – Im Takt der Zeit“ sicherte er sich mit seiner Aufnahme eines Leichenwagens an der Bräuckenstraße als Symbol für Vergänglichkeit den ersten Platz. Nun hat der Hobbyfotograf mit „Lüdenscheider Licht-Linien“ einen Kalender für 2022 aufgelegt.

Eigentlich „nur so und um die kahlen Wände im Büro bunt zu machen“, sagt Frank Dimek, wenn man ihn nach der Motivation fragt. Vor allem, wenn er frühmorgens, wenn Welt und Familie noch schlafen, in Lüdenscheid auf Motivsuche geht, weil die Sonne im richtigen Licht auf die ausgesuchte Stelle scheinen muss, und die sonntäglichen Frühstücksbrötchen erst auf dem Rückweg mit nach Hause bringt. Oder wenn er die unter Fotografen viel zitierte „blaue Stunde“ erwischen will – jene Zeit kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang, die die Fotografien dramatisiert. Licht ist das, was Frank Dimek fasziniert.

Das ist Stahlwolle in einem Schneebesen, die man anzündet und schwenkt.

Frank Dimek

2017, sagt er, habe er den ersten Kalender gemacht mit Automotiven, 2019 dann den nächsten. „Einen Lichtrouten-Kalender“, erinnert er sich, „wie ein Verrückter bin ich durch die Stadt gerannt“. Die Bilder kamen ins Büro. Das sei der Moment gewesen, in dem Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen begannen, Fragen zu stellen. 2020 folgte ein Kalender mit Fotografien aus dem Porsche-Museum, 2021 alte Fabrikgebäude. „Lost Places“ seien das gewesen, aber nur solche, die man gefahrlos betreten durfte – „ich breche ja nirgendwo ein für ein Foto“. Vaters ausgeliehene Kamera sei als Teenager der Anfang der Foto-Leidenschaft gewesen, danach eine gebrauchte Spiegelreflexkamera, eine Pentax, die „pünktlich nach dem 50 000 Schuss kaputt gegangen ist“, inzwischen eine Nikon D-750.

Kalender Frank Dimek
Frank Dimek und sein „Lichtlinien“-Kalender. © Jutta Rudewig

Seit den 90er-Jahren ist der Lüdenscheider auf der Jagd nach Motiven, die ihn beispielsweise auch in die Niederlande führte, um Boote und Windmühlen ins rechte Licht zu rücken.

Nun also Lüdenscheid – die Stadt des Lichts. Großformatige Fotos mit einzigartigen Blickwinkeln, hier und da mit erfinderischem Equipment. „Das ist Stahlwolle in einem Schneebesen, die man anzündet und schwenkt“, sagt er beim Blick auf ein Foto, bei dem dem Betrachter die Funken nur so entgegenspringen.

Der Kalender

„Lüdenscheider Licht-Linien“ sind in zwei Größen erhältlich, A2 (47 Euro) und A3 (25 Euro). Wer Interesse hat, kann sich unter f.dimek@me.com an den Lüdenscheider wenden. Die Auflage ist zehn bzw. 20 Stück limitiert.

Die Fotografien zeigen Straßenzüge, landschaftliche Motive und natürlich langzeit-belichtete Blicke von der Autobahn. Das Schlussmotiv seines Lüdenscheid-Kalenders ist ein weihnachtlich präparierter Traktor mit Mütze und Lichtermeer.

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