Fotos erweisen sich als hilfreich

Einbrecher durchwühlen das ganze Haus - so denken die Opfer über die Tat 

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Am helllichten Tag brachen Diebe das Haus auf.

Ein Loch in der gläsernen Terrassentür, Glasscherben überall und ein umfassend durchwühltes Haus traf ein Ehepaar aus Meinerzhagen am 25. November bei der Heimkehr an. „Die Schränke waren offen, und die Schmuckschatulle lag auf dem Bett“, erinnerte sich die 66-jährige Zeugin an die Folgen des „Besuches“ der beiden Angeklagten in allen Räumen des Hauses.

Lüdenscheid – Neben viel Schmuck erbeuteten die Einbrecher auch eine Münzsammlung. Der Gesamtschaden lag bei 50.000 Euro. Anfangs sei es schwierig gewesen, damit klar zu kommen, dass fremde Leute „ohne Einladung in meine privaten Schränke geschaut haben“, erklärte die Zeugin.

Viele persönliche und ihr am Herzen liegende Gegenstände seien dabei weggekommen. Nur wenige seien zurückgekommen mit jenem Teil der Beute, den die Polizei später sicherstellte. Um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft auszuschließen, schauten sich die Ordnungshüter die durchaus vorhandenen Sicherungsbemühungen der Zeugen genau an. Die Polizei habe aber auch keine weiteren Vorschläge gehabt, erklärte die 66-Jährige. „Ich möchte keine Gitter vor die Fenster machen.“ 

Einbrecher durchwühlen das ganze Haus: Angeklagte gehen rabiat vor

„Wenn man will, kommt man in fast jede Wohnung“, bekräftigte ihr Mann diese Einstellung. Die Polizei habe empfohlen, das Grundstück mit einem zwei Meter hohen Zaun zu umgeben, berichtete er und deutete einen Verzicht auf eine derart umfassende Maßnahme an – „da wir nicht vorhaben, in Fort Knox zu leben.“

Die rabiate Art der Angeklagten, am helllichten Tage gläserne Terrassentüren mit Steinen einzuschlagen, macht deutlich, dass auch noch so viele Einbruchsicherungen keinen absoluten Schutz bieten. Viereinhalb Stunden, von 14 bis 18.30 Uhr, waren die Bewohner an jenem 25. November außer Haus gewesen. Dann kamen sie zurück – „die Arme voller Einkäufe“. Glücklicherweise hatte das Ehepaar eine gewisse Vorsorge gegen ein solches Ereignis getroffen: Fotos der abhanden gekommenen Wertgegenstände erleichterten die Verhandlungen mit der Diebstahlsversicherung.

Auch im Gerichtssaal waren die Fotos hilfreich: Die Frau des Hauses konnte genau angeben, welche der gestohlenen Gegenstände von der Polizei zurückgebracht worden waren. Der Prozess wird am 10. September mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. thk

Der Fall

Ein 30-jähriger Angeklagter und seine 26-jährige Mittäterin aus Remscheid müssen sich wegen vier Wohnungseinbruchsdiebstählen in Kierspe, Lüdenscheid und Meinerzhagen vor dem Landgericht Hagen verantworten. Die Beute nutzten sie zur Finanzierung ihrer Drogensucht.

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