Traditionsreicher Gewerbestandort

Firmen Markes und Kostal verlassen die Wiesenstraße in Lüdenscheid

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Die untere Wiesenstraße ist geprägt durch Gewerbe. Doch Kostal wie auch Markes verlassen ihre Standorte.

Lüdenscheid - Für den traditionsreichen Gewerbestandort Wiesenstraße entsteht zunehmend Überlegungsbedarf.

Nach 111 Jahren in Lüdenscheid wechselt die Firma Markes mit ihren größten Betriebsteilen in Kürze in die Nachbarstadt Halver. Ein modernes Produktionsgebäude ist im neuen Industriegebiet Oeckinghausen an der Bundesstraße 229 entstanden.

Die Firma Kostal wird ihre innerstädtische Niederlassung dort ebenfalls aufgeben. Bis Ende 2017 werden die Abteilungen Entwicklung und Labor der Kontakt Systeme GmbH in einen Neubau am Timberg umziehen.

„Es gab Überlegungen, aber nichts Spruchreifes“, sagt auf LN-Anfrage dazu Lars Bursina, Fachdienstleiter für Stadtplanung im Lüdenscheider Rathaus. Es gelte zunächst abzuwarten, wie die Eigentümer der Flächen sich die weitere Nutzung vorstellen.

Ausschließen könne man aus städtischer Sicht aber eine Ansiedlung von Einzelhandel oder Discountern, weil sich dies auf die benachbarte Innenstadt direkt auswirken würde. Für den Bereich Wiesenstraße gebe es wenig an Bebauungsplänen. Es handele sich um eine Schnittstelle zwischen Wohnen und Gewerbe.

Damit seien die Flächen interessant beispielsweise für nicht störendes Gewerbe, das dort zulässig sei. Ein Autohaus wäre nicht kritisch, auch nicht Kfz-Reparaturbetriebe oder vergleichbares. „So etwas geht immer“, umreißt der Chefplaner die bereits bestehenden Möglichkeiten.

Die Gefahr, dass Lüdenscheid einen Überhang an Gewerbeflächen und damit anhaltender Brachen hat, sieht Bursian nicht. „Im Vergleich zu anderen Städten, insbesondere im Ruhrgebiet, haben wir da eher wenig.“ Immerhin gebe es in Lüdenscheid einen funktionierenden Flächenkreislauf. Erkennbar sei das beim Gartencenter Kremer auf dem Grundstück der früheren WKM.

Auch am Freisenberg würden Grundstücke bei Bedarf zwischen benachbarten Betrieben weitergegeben. Die Kasernen-Nachnutzung der Konversionsflächen sei geräuscharm erfolgt, der Raiffeisenmarkt an der Worth nutze für seinen Neubau das ehemalige Gelände von Tropen Schröder.

Wichtig sei aber, dass solche Entwicklungen nicht binnen Monaten abgeschlossen seien. „Stadtplanung“, sagt Bursian, „ist manchmal ein langsames Geschäft.“

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