Wie im Film

Fortsetzung des Kleingarten-Kriegs: Explosive Überraschung vor Gartenlaube im MK

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Schreck im Schrebergarten: Diesen mutmaßlichen Brandsatz fand Thomas Braun vor wenigen Tagen am Eingangstor seiner Parzelle.

Der Krieg der Kleingärtner am Hundebrink geht weiter. Jetzt fand der 2. Vorsitzende des Kleingartenvereins vor seiner Parzelle einen Brandsatz.

Lüdenscheid - Szenen wie aus einem Film: Als Thomas Braun an seiner Parzelle in der Kleingartenanlage am Hundebrink ankommt, kann er kaum fassen, was er da sieht. Direkt vor dem Eingangstürchen zu dem Grundstück haben Unbekannte eine Flasche mit mutmaßlich brennbarer Flüssigkeit platziert, daran befestigt ein Lappen. Im Klartext: Braun blickt auf einen Molotow-Cocktail, den man sonst aus Straßenschlachten kennt. Der konsternierte Kleingärtner – er ist 2. Vorsitzender des Kleingartenvereins Hundebrink – ruft die Polizei. Die schreibt eine Anzeige und nimmt den vermutlichen Wurfbrandsatz zur Untersuchung mit zur Wache. 

Der Vorfall, der sich vor wenigen Tagen in der Kleingartenanlage abgespielt hat, ist für Braun eine „neue Eskalationsstufe“ im Streit um den Rückbau mutmaßlich illegal errichteter Bauten auf den Parzellen etlicher Gartenpächter (wir berichteten). 

Braun und seine Vorstandskollegen sehen sich dabei als Zielscheibe anonymer Drohungen aus Reihen der Kleingärtner. „Hört auf mit eurem Treiben, sonst brennt es demnächst bei euch – das soll wohl die Botschaft an uns sein“, glaubt Braun, der sich aber unbeirrt gibt: „Ich lasse mich nicht einschüchtern.“ Gemeint mit dem „Treiben“ des Vorstands ist wohl der Umstand, dass Braun und seine Mitstreiter gegen Regelverletzungen in dem grünen Refugium vorgehen. 

Zur Erinnerung: In der Kleingartenanlage Hundebrink herrschen seit dem Sommer schwere Dissonanzen. Grund: Bei Ortsbegehungen hatten der Vereinsvorstand sowie der übergeordnete Kleingärtner-Bezirksverband Lüdenscheid bemerkt, dass 31 der insgesamt 62 Parzellen unzulässig stark bebaut seien. Genauer gesagt: Knapp die Hälfte der Hobby-Gärtner habe ihre Gartenlaube mit verglasten Veranden oder zusätzlichen Zimmern derart erweitert, dass dies gegen das Bundeskleingartengesetz verstoße. 

Die Funktionäre von Verein und Verband reagierten auf die ausgemachten Regelverstöße mit der schriftlichen Aufforderung an die Betroffenen, die Erweiterungsbauten bis zum 31. Oktober zurückzubauen. Sonst drohten „Rückbauklagen“. In der Folge kam es dann zu anonymen Beschimpfungen des Vorstands – und zu Hakenkreuz-Schmierereien an der Gartenlaube von Braun. Der urteilte im LN-Gespräch: „Die Sache mit dem Molotow-Cocktail ist jetzt noch einmal eine ganz andere Nummer als die Hakenkreuze.“ 

An den Rückbau-Forderungen, die viele Pächter auch akzeptiert hätten, will Braun gleichwohl festhalten: „Im November gibt es eine weitere Kontroll-Begehung. Danach entscheiden wir über unser Vorgehen."

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