Fortbildung stärkt Vertrauen in Rettungsdienst

Dr. Rommel Jadaan, Natalie Triltsch, Thorsten Müller, Jutta Beißner und Michael Milliniewitsch (v.l.) stellten die Fortbildung der Johanniter für den Rettungsdienst vor.

LÜDENSCHEID – Wenn ein Mensch durch plötzlichen Herzstillstand vom Leben entwurzelt wird, zählt jede Sekunde. Durch Reanimation versuchen die Rettungsdienstkräfte, die Betroffenen wieder zurückzuholen, wieder zu verwurzeln im Leben oder, wie es Dr. Rommel Jadaan sagt, „die Seele wieder in den Körper zu bringen.“ Das bedeute viel Stress und Belastung für die Rettungsdienstler. Sie müssen in der Hektik Ruhe bewahren und doch koordiniert Hand in Hand arbeiten. „Das verdient Respekt und Anerkennung“, betont Dr. Jadaan.

Die Johanniter haben den Facharzt für Innere Medizin und Notfallmedizin mit den Zusatzqualifikationen Leitender Notarzt und Intensiv-Transportarzt als ärztlichen Leiter für eine Fortbildung im Rettungsdienst gewinnen können. Nicht selten dauern Reanimationen länger als eine Stunde. Der Transport der Menschen kommt hinzu – „eine große psychische Belastung, über die man nachher oft nicht redet“, weiß Thorsten Müller, Fachbereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter. Lehrrettungsassistent Michael Milliniewitsch hat für die Fortbildung auch die Physiotherapeutin Natalie Triltsch ins Boot holen können, ebenso einen Besuch der DRF Luftrettung in Dortmund. Erstmalig hat die Forschung in der Rettungsmedizin einen festen Platz in der 30-stündigen Fortbildung, die laut Gesetzgeber jährlich nachgewiesen werden muss. „Seit 2005 geht die Reanimation ganz anders vor sich als früher. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, die weitergegeben werden müssen“, sagt Dr. Jadaan.

Die Johanniter, die nach einer europaweiten Ausschreibung im letzten Jahr jetzt auch bis 2012 den Rettungsdienst der Feuerwehr unterstützen, haben auch andere Rettungsdienstträger vor Ort zu dieser Fortbildung als Stipendiaten eingeladen. Regulär betragen die Gebühren eigentlich 150 Euro. „Es geht auch darum, der Bevölkerung zu zeigen, dass sie Vertrauen in den Rettungsdienst haben kann“, unterstreicht Jutta Beißner, Pressesprecherin der Johanniter.

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