"Over the Rhine" zu Gast

Amerikanische Folk-Klänge im Kulturhaus

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Linford Detweiler bildet mit seiner Frau Karin Bergquist den Kern von Over the Rhine. 

Lüdenscheid - Obwohl die aus Cincinnati (Ohio) stammende Band Over the Rhine, die auf Einladung des Kulturvereins Kalle und seines Folk-Spezialisten Markus Scheidtweiler im Kulturhaus zu Gast war, bereits seit 1989 aktiv ist, sind die Musiker in Deutschland kaum bekannt und nur selten aufgetreten.

Auch wenn der Bandname einen Bezug zu Deutschland suggeriert, bezeichnet er lediglich einen Stadtteil in der Heimatstadt des Trios. Allerdings wurde der entsprechende Stadtteil durch deutsche Siedler gegründet, womit letztlich doch ein Bezug zu Deutschland hergestellt werden kann.

In jedem Fall war es erfreulich, dass es Markus Scheidtweiler gelungen ist, die außergewöhnliche Band zu ihrem einzigen Deutschlandkonzert im Rahmen ihrer aktuellen Tour zu verpflichten. Den Kern der Formation bilden das Ehepaar Karin Bergquist (Gesang, Akustik-Gitarre, Mandoline) und Linford Detweiler (Klavier, E-Piano, Akustik-Gitarre), die von Brad Meinerding (Steel-Guitar, Akustik-Gitarre, Mandoline) unterstützt werden.

Die Formation ist hierzulande noch nicht so bekannt, und so war das Kulturhaus nur etwa bis zur Hälfte gefüllt, doch Markus Scheidtweiler konnte immerhin ein Pärchen im Publikum begrüßen, das eigens aus Frankreich für den Gig nach Lüdenscheid gekommen war. Over the Rhine waren die weite Anreise auf jeden Fall wert. Ganz klar unterscheiden sie sich von den meisten Folk-Bands aus Großbritannien, denn die amerikanischen Akzente sind unüberhörbar.

Ganz besonders war dabei das wunderbare Slide-Guitar-Spiel von Brad Meinerding an der Steel-Guitar zu nennen, das bereits im Opener „Broken Angels“ den kraftvollen Gesang von Karin Bergquist begleitete und für einen deutlichen Country-Einschlag bei vielen Songs sorgte. Einfach zauberhaft, wie die hauchzart und federleicht durch die Luft schwebenden Slide-Klänge auch beim nachfolgenden Stück „Born“ mit den unbeschwerten Piano-Klängen Detweilers und der ausdrucksstarken Stimme Bergquists eine stimmige, genussvolle Liaison eingingen.

Doch das Trio zeigte sich noch vielseitiger und hatte neben den mit Country-Anklängen gewürzten Folk-Nummern auch den einen oder anderen lupenreinen Blues-Song mit Soul-Einschlag in der Hinterhand. Ein Beispiel hierfür war unter anderem der rhythmische, jazzige Song „Trouble“, für den Brad Meinerding die Steel-Guitar gegen die Mandoline tauschte. Nach der Pause standen schließlich unter anderem zwei Balladen im Mittelpunkt, bei denen Sängerin Karin Bergquist von Linford Detweiler am Flügel begleitet wurde. 

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