Rüdiger Wilde bei CDU-Mittelstandsvereinigung

Forderungen für die Oberstadt

Rüdiger Wilde (rechts) sprach bei der CDU-Mittelstandsvereinigung. Deren Vorsitzender Dennis Linnarz begrüßte ihn.

Lüdenscheid - Zum Kontrast zwischen City und Lüdenscheider Oberstadt gibt es immer wieder Analysen und Bewertungen. Oft konzentriert sich die Debatte darauf, wie sich die Altstadt gegenüber dem Stern-Center als Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität behaupten kann. In diese Diskussion hat sich jetzt erneut Rüdiger Wilde eingeschaltet. Bei einer Veranstaltung der CDU-Mittelstandsvereinigung warb der Architekt vor allem für mehr und bessere Parkplätze in der Oberstadt. Und auch einen ziemlich ungewöhnlichen Vorschlag hatte er noch auf Lager.

Als Kritik am Ist-Zustand wollte er seinen Vortrag im Kulturhaus indes ausdrücklich nicht verstanden wissen. Eher schon „als Herausforderung für die Zukunft“.

Wilde erkennt für den Bereich der Wilhelmstraße dabei eine klare Kluft. Auf der einen Seite, so der Bergstädter Baumeister, stehe das Stern-Center, das mit „seinen 30 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 110 Shops ein autarkes, in sich geschlossenes Center ohne Kommunikation mit der Außenwelt“ darstelle. Das Center biete „eine Wohlfühl-Atmosphäre“ und decke den Tagesbedarf der Käufer komplett ab. Wildes Worte: „Es ist dort warm, man will gar nicht mehr raus.“ Dazu sei das Stern-Center ein überaus geordneter, „undemokratischer Raum“, in dem „unbegründeter Aufenthalt verboten ist“.

Im Gegensatz dazu gebe der öffentliche Raum gerade auch der oberen Wilhelmstraße ein „ungeordnetes Bild“ ab. Wildes Beobachtung: „Hier ist alles erlaubt. Es gibt Bettler, Leerstände, und Taubendreck.“

Was also muss künftig im Umfeld von Alt- und Oberstadt passieren? Wilde wies hierbei auf die Lösungsansätze des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt hin. Vor allem aber zog sich die Forderung nach mehr und besseren Stellplätzen wie ein roter Faden durch den Vortrag: „Es gibt dort viel zu wenig Parkplätze. Und die vorhandenen sind für heutige Autos zu eng oder liegen zu weit weg.“ Außerdem müssten die Parkhäuser längere Öffnungszeiten bieten und existierende Parkplätze klarer ausgeschildert werden.

Gleichzeitig könnten sich Einzelhändler und Gastronomen zwecks Konkurrenzfähigkeit auf Nischen-Angebote spezialisieren. „Und der Weihnachtsmarkt gehört einfach in die Altstadt.“

Eine andere Wilde-Idee zur Erreichbarkeit der Oberstadt: die Umwandlung der Wilhelmstraße vom „Inselhaus“ bis zur Kochschule von einer Fußgängerzone in eine verkehrsberuhigte Zone. Damit dürften dort wieder Autos fahren. Allerdings räumt Wilde selber ein: „Dieser Vorschlag stößt vielleicht zunächst auf Unverständnis.“

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