Forderung nach neuer Baumschutzsatzung

ar nichts hält Manfred Künsting davon, dass alter Baumbestand aus dem Falkenhöhwald zu Kaminholz wird. Er fordert die Wiedereinführung der Baumschutzsatzung.

BRÜGGE ▪ Unsanft verlief für Manfred Künsting am vergangenen Samstag der Start ins Wochenende.

„Mit ohrenbetäubendem Lärm begann um 8 Uhr ein Grünflächen-Räumkommando mittels einer Baumfällfräse einen bis zu 50 Jahre alten Baumbestand in Randlage des Brügger Landschaftsschutzgebietes Falkenhöhwald zu beseitigen.“ Einzig erkennbarer Grund dieser „Vegetationsentkleidung“ ist seiner Meinung nach der Wunsch des Eigentümers, sich möglichst billig Kaminholz zu verschaffen. Ausgerechnet das behördenfreie Wochenende werde immer wieder genutzt, um die „Baumab-Philosophie“ möglichst ungestört umzusetzen – in diesem Fall im Bereich einer im Bebauungsplan ausgewiesenen „geschützten Grünzone“. Künsting, seines Zeichens Gründer und Projektleiter der Nabu-Ortsgruppe Mittleres Volmetal und des Brügger Freundeskreises für Natur und Heimatpflege – ruft dazu auf, den Falkenhöhwald zu retten und sieht gemeinsam mit dem Freundeskreis nur eine Lösung: „Die Baumschutzsatzung für Lüdenscheid muss wieder eingeführt werden. Das fordern wir auch als Mitglied des städtischen Umweltbeirates.“

Es sei mittelfristig nicht mehr hinnehmbar, dass aus ökologischer Sicht ein „absoluter Fach-Dilettantismus“ sein Unwesen treibe und eine bis zu 50-jährige Vegetation ohne triftigen Grund vollständig in kürzester Zeit einfach ausgelöscht werde.

Ein weiteres Ärgernis für den Freundeskreis ist die Kappung der Strauchvegetation bis auf den Stock rund um den Spielplatz Obere Schlänke. „Auf diesem Riesenareal wurde nicht nur jeder Vogelbrutversuch, sondern auch eine blühende Gehölzentwicklung für dieses Jahr im Keim erstickt.“ Diese Art der „Tabularasa“ führe in diesem Jahr zu einem Totalausfall der Frühblüher, was wiederum negative Auswirkungen auf die ohnehin bedrohten Honig- und Waldbienen-Arten habe.

Manfred Künsting fordert zu einem Bürgerprotest auf, die auch eine Bürgerabstimmung zur Baumschutzsatzung beinhaltet. Außerdem sollten Gehölzrodungen am Wochenende dokumentiert werden, schlägt der Brügger Umweltaktivist und sein Freundeskreis vor.

Zwar habe er am vergangenen Samstag einen Ordnungsamtsvertreter erreicht, aber ohne Baumschutzsatzung könne der letztlich auch nichts machen.

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