CDU fordert Runden Tisch zum Thema Bebauung der Rätherwiese

+
Die CDU will eine Bebauung der Rätherwiese vermeiden.

Lüdenscheid - Geht es nach dem derzeitigen Stimmungsbild, so wird es für eine Bebauung der Rätherwiese keine politische Mehrheit geben. Deutlich sprach sich die CDU nach ihrer Fraktionssitzung am Montag dagegen aus und will auch keine Ausweisung eines anderen neuen Baugebiets in der Stadt.

Es gebe genügend Leerstände, Brachen und Baulücken, um ausreichend ordentlichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, betonte Fraktionschef Oliver Fröhling.

„In diesem Zusammenhang werden wir den Antrag stellen, dass kurzfristig ein ,runder Tisch’ unter Führung der Verwaltung gebildet wird, bei dem alle größeren im Immobilienbereich tätigen Partner einbezogen werden, um hier zu guten und einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Dies erwarten wir ganz aktiv vom Bürgermeister, denn hier sehen wir ganz klar seine Verantwortlichkeit als ,Chefsache’“. Die CDU denkt bei den Immobilien-Unternehmen an die Lüdenscheider Wohnstätten AG, an die Wohnungsgenossenschaft, Sahle, Gagfa, Mark, Sippel oder Schwarz & Born. 

CDU befürchtet Ghettoisierung

„Ich glaube, auf diese Weise bekommen wir einen Überblick, wie wir Flüchtlinge dezentral unterbringen können. Denn das verbessert die Chancen auf eine Integration, vor allem weil es hier um eine langfristige Wohnsituation geht.“ Im anderen Fall befürchtet die CDU eine Ghettoisierung.

Die Entwicklung der Einwohnerzahl sei zudem ein Indiz dafür, dass ungenutzter Wohnraum zur Verfügung stehen müsse. Die Einwohnerzahl Lüdenscheids habe 2000 bei 80 613 gelegen, im Jahr 2015 bei 75 162. Diese rund 5000 Einwohner müssten ja auch „irgendwo“ gewohnt haben, argumentiert die CDU. 

Die Bevölkerungsentwicklung werde laut Bertelsmann-Stiftung in den nächsten Jahren bei minus 10,3 Prozent liegen, die Schätzungen im Lüdenscheider Demografie-Konzept gingen sogar von unter 70 000 Einwohnern im Jahr 2020 aus. Das statistische Landesamt sehe die Bevölkerung 2021 bei nur noch 67 454. 

Künftige Flüchtlingszahlen stehen nicht fest

Angesichts dieser Zahlen sei kein zusätzlicher Flächenverbrauch nötig. „Bereits bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans haben wir uns gegen die Bebauung der Rätherwiese oder anderer größerer Baugebiete ausgesprochen“, erinnert Fröhling.

„Wenn jetzt neue Baugebiete entwickelt werden, produzieren wir wissentlich künftige Leerstände.“ Außerdem stehe nicht fest, wie viele Flüchtlinge tatsächlich langfristig in Lüdenscheid blieben. Der Aufenthaltsstatus gelte zunächst nur für drei Jahre. 

Zudem seien im Dezember bundesweit rund 60 Prozent weniger Flüchtlinge gekommen. Auch die Grünen sprechen sich gegen eine Bebauung der Rätherwiese aus. Dies stehe auch im Kooperationsvertrag mit SPD und FDP, sagt Otto Bodenheimer.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare