Förderschulen: Petition mit rund 6000 Unterstützern

Hermann Scharwächter.

Lüdenscheid - Die Eltern der Vier-Täler-Schule in Plettenberg kämpfen um den Erhalt der Förderschule: „Frau Löhrmann! Erhalten Sie die Förderschulen in NRW!“, appellieren sie an die Ministerin in einer Online-Petition, die im Netz bereits rund 6000 Unterstützer gefunden hat.

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So sang- und klanglos wollen die Eltern  die Förderschule für Lernen nicht aufgeben. Noch 150 Tage steht die Online-Petition im Netz.

Unabhängig davon hat die Stadt Plettenberg signalisiert, Teilstandort von Lüdenscheid werden zu wollen, denn die derzeitige Schülerzahl von 120 reicht nicht aus, um künftig weiterhin selbstständig bleiben zu können. Die vom Land vorgegebene Richtline liegt bei mindestens 144. „Plettenberg wird dann ein Teilstandort der Lüdenscheider Friedensschule mit einer gemeinsamen Schulleitung“, sagt Hermann Scharwächter, Lüdenscheider Fachbereichsleiter für Bildung, Jugend und Sport.

Dem Rat liegt für seine Sitzung am 19. Mai ein entsprechender Beschlussvorschlag der Verwaltung vor, vorbehaltlich der Zustimmung des Plettenberger Rates. Obwohl er sich mit Prognosen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will, so schätzt Hermann Scharwächter doch, dass damit der Bestand der Schule für die nächsten drei Jahre erst einmal gesichert ist. „Aber es kommt natürlich darauf an, wie die Inklusion umgesetzt wird und wie sich die Eltern entscheiden.“

Friedenschule zurzeit nicht gefährdet

In der Friedensschule, die aufgrund ihrer Schülerzahl von 165 zurzeit nicht gefährdet ist, sei ein differenzierter Unterricht möglich und die Schule halte eine hohe Kompetenz vor. Schon jetzt gebe es Kooperationen mit der Stadt Halver und den Gemeinden Schalksmühle und Herscheid. Kommt jetzt Plettenberg hinzu, das wiederum Kooperationsverträge mit den Städten Neuenrade und Werdohl pflegt, könnte der Förderschulstandort Lüdenscheid langfristig gesichert werden.

Insgesamt werden laut Schülerzahlprognose im Schuljahr 2014/15 rund 170 Schüler die Friedensschule besuchen. Laut Gesetz sind an Teilstandorten in zumutbarer Entfernung mindestens 72 Schüler erforderlich.

Längere Schulwege, logistische Probleme

„Natürlich haben dann Schüler längere Schulwege vor sich“, weist Hermann Scharwächter auf die damit verbundenen logistischen Probleme hin. Über die Umsetzung der Inklusion und ihre Auswirkungen ist jedenfalls noch längst nicht das letzte Wort gesprochen. Und wer mag, kann seine Stimme für den grundsätzlichen Erhalt der Förderschulen in NRW online abgeben und die Petition der Plettenberger unterstützen. - von Martin Messy

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