Eine Eichenrinde als Geschenk

+
Gesine Grundmann (links) überreichte ihre Edition.

Lüdenscheid  - Markus Hacke (Sparkassenvorstand) und Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen waren Mittwochvormittag ehrlich überrascht. Die Kölner Künstlerin Gesine Grundmann, Trägerin des Ida-Gerhardi-Förderpreises, kam mit vollen Händen zurück an den Ort, an dem ihr im Oktober 2013 der Förderpreis verliehen worden war. Mit 5000 Euro war der Preis seinerzeit dotiert, zusätzlich bekam Gesine Grundmann 3000 Euro für eine Auflagenarbeit.

„Dieses Geld wird von uns dafür vergeben, dass der Künstler zusätzlich zu dem Preis gefördert wird“, so Sparkassen-Marketingleiter Thomas Meermann. Dass die Künstlerin allerdings zusätzlich zu der Auflagenarbeit in Form eines Kataloges auch eine Edition mitbrachte, wusste man seitens der Organisatoren nicht. 

Im Januar legte Gesine Grundmann einen Silikongürtel um den Stamm einer Eiche, laminierte den Abdruck aus, erstellte passende Rahmen. Das Ergebnis ihrer Arbeit behandelte sie mit spezieller Farbe „mit Steinen und Metallteilen versetzt. Das gibt der Farbe Natürlichkeit und Tiefe“, erläuterte die Künstlerin bei der Übergabe.

So erstellte sie insgesamt zehn kleine Kunstwerke plus zwei weitere – jeweils für die Städtische Galerie und für die Sparkasse. Dort, so war seitens der Sparkasse zu hören, hängen, stehen und liegen schon diverse Erinnerungen an die Künstler, denen in den letzten Jahren der Förderpreis verliehen wurde. Für diese Edition, so Grundmann, habe sie sich entschieden, da sie zwar aus der Malerei komme, ihr Herz aber auch für die Bildhauerei schlage. So konnte sie beides miteinander verbinden. Die restlichen Werke der Edition bleiben in ihrem Besitz, entweder, um sie zu verkaufen, oder um mit anderen Künstlern zu tauschen.

„Wir freuen uns, die Arbeit in Empfang nehmen und außer Papier auch eine künstlerische Arbeit in den Händen halten zu dürfen“, versprach Dr. Conzen, die Arbeit in der Galerie auszustellen.

Grundmann hat in Köln und Düsseldorf studiert, war Meisterschülerin bei der bildenden Künstlerin Rosemarie Trockel (Düsseldorf). Ihr Spiralen-Werk „Exact is a Snake“ entstand im vergangenen Jahr und war im Untergeschoss der Galerie zu sehen. „Mich interessiert die Materialität, die uns täglich umgibt“, umschreibt sie die Intention ihrer Arbeit. 

„Exact is a snake“ beeindruckte durch die Schwere des Stahls, aber auch durch seine gleichsam filigrane Feinheit, durch Stabilität und Beweglichkeit. Die Künstlerin setzte sich mit ihrer Arbeit gegen 14 andere Künstlerinnen und Künstler durch, die in Nordrhein-Westfalen leben oder arbeiten und die ihre Werke eingereicht hatten. Seit 1989 schreibt die Sparkasse zusammen mit der Galerie den Förderpreis für junge Künstler aus. Eigenständigkeit und Originalität sind gefragt bei den Arbeiten. - rudi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare