IHK Altstadt auf einen Blick

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Handlungsbedarf auch am Graf-Engelbert-Platz. Die Erreichbarkeit der Einrichtungen muss verbessert werden.

Lüdenscheid - Mit einem Klick auf den Sendebutton des E-Mail-Programms verlässt am Freitag der Antrag der Stadt Lüdenscheid auf die Förderung des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt das Rathaus. Empfänger ist zunächst die Bezirksregierung in Arnsberg und danach das Ministerium für Städtebau in Düsseldorf.

Von Florian Hesse

Inhaltlich geht es nach mehrfacher Überarbeitung, Streichung und Kürzung verschiedener Positionen um die Reservierung von Fördermitteln in Höhe von 19 543 501 Euro. Erwartete Baukostensteigerungen sind darin berücksichtigt. Ziel sei gewesen, den Gesamtrahmen unter 20 Millionen Euro zu bekommen, um den städtischen Eigenanteil von 20 Prozent der förderfähigen Kosten überhaupt aufbringen zu können, sagt Chefplaner Martin Bärwolf im LN-Gespräch.

Der politische Rückhalt zeichnet sich ab durch die grundsätzliche Zustimmung von SPD und CDU. Die offizielle Entscheidung für das IHK fällt am 25. März im Planungsausschuss und schließlich am 20. April im Rat.

Zeitlicher Ablauf

Dann wären die Weichen gestellt für ein Projekt, das sich bis ins Jahr 2022 ziehen wird. Die wesentliche Bau- und Investitionstätigkeit konzentriert sich auf die Jahre 2019 und 2020. Das ist bedingt durch das gesamte Verfahren mit einzelnen Förderanträgen für die Einzelmaßnahmen jeweils zum Jahresbeginn, der Bewilligung zum Herbst und anschließender Ausschreibung.

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Zugleich wird durch die Konzentration auf die Jahre 2019/20 das Ausmaß der Behinderungen zeitlich konzentriert. Im Jahr 2015 beginnen damit lediglich die Vorarbeiten für den Architekturwettbewerb zum Neubau für Musik- und Volkshochschule am Staberg.

Was fiel raus?

Die Ausgangsplanung hatte ein Gesamtvolumen von 31 Millionen Euro. Damit fielen Projekte geringer Priorität direkt weg, bei näherer Prüfung auch Vorhaben mittlerer Priorität. Das betraf unter anderem das Kulturhaus (Barrierearmut, Energiesparmaßnahmen an der Außenhülle). Auch die rund drei Millionen Euro teure Aufwertung des Kulturhausumfelds fiel nach Sichtung der Finanzen durchs Raster. Nicht förderfähig waren auch Sanierungsmaßnahmen in Museum und Galerie. Allein diese Positionen brachten Einsparungen von rund sieben Millionen Euro. Verzichtet wurde auch auf einen städtebaulichen Rahmenplan im Bereich Humboldt-/Gasstraße. Andere Ansätze wurden deutlich reduziert, teilweise bis auf die Hälfte. Das betraf beispielsweise das Fassaden- und Hofflächenprogramm oder Einzelmaßnahmen der Sanierung und Modernisierung.

Was blieb drin?

Zum Kern des IHK Altstadt zählt der Neubau für Musik- und Teile der Volkshochschule am Staberg für 7,59 Millionen Euro. Enthalten in dem Posten ist auch die Erweiterung und Modernisierung der Scholl-Aula. Etwa 400 000 Euro kostet der Umbau der früheren Gastronomie-Flächen im Kulturhaus, um Bewegungskurse der VHS aufzunehmen. Damit reduziert sich der Flächenbedarf für den Neubau.

Nächster zentraler Punkt ist die Aufwertung der Wilhelmstraße, die nach aktuellem Kenntnisstand nicht nach dem Kommunalabgabengesetz abgerechnet werden kann. Das heißt, die Anwohner werden nicht herangezogen. Allein die Aufwertung der Wilhelmstraße steht mit 2,6 Millionen Euro auf der Investitionsliste. Auf fast 3,9 Millionen Euro insgesamt kommt man bei der „Aufwertung der öffentlichen Räume“, so der Arbeitstitel des Antrags.

Pflasterkonzept

Und hinter dem Begriff „Barrierearme Erschließung der Altstadt“ verbirgt sich das einheitliche Pflasterkonzept und die Verlegung eines etwa 1,50 Meter breiten Streifen glatten Pflasters zur Erschließung der Straßenringe rund um die Erlöserkirche. Damit werde die Erreichbarkeit der Einrichtungen auch mit Rollatoren und Rollstühlen möglich. Pflasterarbeiten und Wilhelmstraße stehen in den Jahren 2020/2021 auf dem Zeitplan.

Profitieren wird auch die Stadtbücherei. Zwar sieht man von einer kompletten energetischen Sanierung ab (1,8 Millionen Euro), doch für die Heizungssanierung und die Barrierefreiheit fließen 725 000 Euro und weitere 287 000 Euro in den Brandschutz. Das Gesamtvolumen für die Sanierung der kommunalen Kultur- und Bildungseinrichtungen liegt bei 4,5 Millionen Euro

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