Vier Wochen in der Phänomenta

Selbsttest im „Birdly“: Im Sturzflug durch die Häuserschluchten

Phänomenta Birdly
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Fabienne wagt den Selbsttest: Im Sturzflug durch die Häuserschluchten.

Staunende Augen, fragende Blicke, Mutige voran: Eine Mitarbeiterin der Phänomenta traut sich auf die Maschine, die dort für einen Monat steht. Ein Flugsimulator, der aus einer Virtual-Reality-Brille und einer Apparatur besteht, auf die man sich mit dem ganzen Körper legt und die einen Flug aus der Vogelperspektive sehr realistisch simuliert. Die Testpilotin sieht ziemlich konzentriert aus. Jedenfalls soweit man das beurteilen kann (sie trägt eine Virtual-Reality-Brille).

Lüdenscheid - Der Selbsttest bringt es dann ans Tageslicht: Wenn man sich auf die Maschine begibt, kann das schon nervös machen. Doch sobald die Simulation beginnt, man den Wind hört und im Gesicht spürt, glaubt man schnell, man würde tatsächlich fliegen.

Der Sturzflug ist intensiv. Man sieht, wie der Boden näher kommt, der eigene Puls geht schneller. Verstärkt wird die Illusion beim Blick nach hinten auf die eigenen Flügel, und das Tempo steigt, wenn man die Arme bewegt. Es geht am Vulkan vorbei, seine Hitze ist regelrecht im Gesicht zu spüren.

Kampf der beiden Dinosaurier

Bei dem Kampf der beiden Tyrannosaurus Rex ist der einzige Gedanke: „Was für ein Glück, dass ich gerade jetzt hier entlang fliege, wo ich die beiden beobachten kann“ – bis einem bewusst wird, dass auch das nur eine Simulation ist und die Dinosaurier das Spektakel nur für den Zuschauer veranstalten.

Die zweite Simulation durch originale Drohnenaufnahmen von Zürich fühlt sich nicht weniger realistisch an. Fast glaubt man wirklich, mit dem Vogelschwarm mitzufliegen. Weiter unten geht der Höllenflug schwungvoll durch die Straßen Zürichs. Man muss aufpassen, sein eigenes „Vogelleben“ nicht mit einem Crash gegen die Häuserfronten zu beenden.

Die Flüge machen Spaß, so sehr, dass sich Enttäuschung einstellt, als die Simulation plötzlich endet. Mit leichtem Schwindelgefühl steigt der „Vogel“ von der Apparatur. Mit einer Erfahrung, die sich gelohnt hat.

Aufgebaut hat den Flugsimulator der Supporttechniker Nikita Schaffner des Unternehmens Birdly, das die Maschinen herstellt. Kostenpunkt im sechsstelligen Bereich. Er gab eine kurze Einführung in die Funktionsweise der Maschine, machte sich dann aber wieder zurück auf den Weg nach Zürich, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.

Bis nach den Herbstferien steht der Flugsimulator in der Phänomenta.

An der VR-Brille befinden sich Kopfhörer, sodass jedes Geräusch des „Fluges“ übertragen wird. Zusammen mit dem Ventilator, der einem den Wind ins Gesicht bläst, fühlt sich die Simulation sehr echt an. Sie erfüllt diejenigen, die schon immer vom Fliegen schwärmen, quasi einen Traum.

Der Pilot hat die Wahl für den zwei bis zweieinhalb Minuten langen Flug: entweder wild und facettenreich oder lieber ruhig.

Durch die souveräne und einfache Steuerung des Fluges kann jede Altersklasse teilnehmen.

„Einmal hat sogar eine 85-Jährige mitgemacht, die total glücklich und entspannt aus der Simulation kam“, erzählt der Techniker aus der Schweiz.

Zweieinhalb Minuten für acht Euro

Acht Euro kostet ein Flug, der das unvergessliche Erlebnis sichert. Einen Monat lang haben die großen und kleinen Besucher der Phänomenta die Möglichkeit, den Flugsimulator zu nutzen. Ob die Apparatur fester Bestandteil der Phänomenta wird, kommt darauf an, wie gut die Besucher das Angebot in den nächsten Wochen annehmen.

Gert vom Schemm, technischer Leiter der Phänomenta, erwartet jedenfalls einen großen Ansturm und macht Appetit: „Wir haben die Maschine über die Herbstferien hier.“

Fabienne Schwarzer

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