Flüchtlingsunterkunft mit Problemen - Kosten steigen

Das Gebäude Gartenstraße 52 bereitet große Probleme.

Lüdenscheid - Erst im Laufe des Sommers 2015 statt im Frühjahr wird das Haus Gartenstraße 52 voraussichtlich als Unterkunft für 88 Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Da in dem Gebäude Schimmelbefall entdeckt wurde und auch ein erhöhter Brandschutz erforderlich ist, steigen die Kosten, die zunächst bei 600.000 Euro lagen, enorm.

Allein die Beseitigung des Schimmels führe zu einer Kostensteigerung um rund 100 000 Euro, berichtete am Dienstag Beigeordneter Thomas Ruschin den Mitgliedern des Sozial- und Seniorenausschusses. Die Kosten für den erhöhten Brandschutz bezifferte er noch nicht.

Thomas Ruschin hatte schlechte Nachrichten mitgebracht.

„Das ist eine sehr missliche Situation“, betonte er, zumal die Anzahl der Flüchtlinge, die in Lüdenscheid untergebracht werden müssen, im Vergleich zum Vorjahr immens angestiegen ist. Waren es 2013 insgesamt 105, so hat sich die Zahl inzwischen fast verdoppelt. Derzeit sind es 190. „Im Schnitt ist mit 20 bis 30 Menschen pro Monat zu rechnen. In den bestehenden Unterkünften sind wir nah an den Kapazitätsgrenzen. Wir brauchen daher dringend weitere Flüchtlingsunterkünfte und prüfen weit über zehn weitere mögliche Gebäude auf ihre Tauglichkeit.“ Der Zeitdruck erfordere, dass an der Gartenstraße 52 trotz der Verteuerung festgehalten werde. „Die Situation ist prekär.“

Auf Gartenstraße ganz verzichten?

Hansjürgen Wakup (CDU) hatte die Frage aufgebracht, ob man angesichts der Kosten, die sich mit dem zusätzlichen erforderlichen Brandschutz seiner Meinung nach auf eine Million Euro belaufen könnten, nicht ganz auf die Gartenstraße 52 verzichten solle. „Man könnte eine Industriebrache nutzen und auf dem Areal mit Leichtbauweise Unterkünfte schaffen.“

Doch Georg Thomys, Fachdienstleiter Bauordnung, sagte, dass dies trotz erleichterter Genehmigungen für den Bau von Flüchtlingsunterkünften nicht so einfach sei. Thomys hatte zuvor die Schwachstellen beim Brandschutz an der Gartenstraße 52 aufgelistet. Sie habe auf einer Baugenehmigung beruht, die nicht mehr den aktuellen Erfordernissen entspreche.

ZGW in der Kritik

Unangenehme Fragen musste sich Andreas Beckmann vom Amt für Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGW) von Ursula Meier (CDU) gefallen lassen: „Wie oft ist das Gebäude von der ZGW überprüft worden? Gibt es darüber Protokolle? Wann genau ist der Schimmelbefall aufgefallen? Ist überprüft worden, wann die Heizung ausgefallen ist?“

Caritas-Leiter Hans-Werner Wolff fragte, ob der Brandschutz – „eine solch sensible Sache“ – nicht schon bei der ersten Kostenschätzung hätte berücksichtigt werden müssen. „Ich kann den Ablauf nicht richtig begreifen.“

Zudem stellte sich auf Nachfrage von Peter Oettinghaus (AfL) heraus, dass auch der ehemalige Containerstandort an der Talstraße nicht mehr nutzbar wäre, sollte er denn benötigt werden müssen. Der bestehende Sockel könnte die neue Bauart von Containern nicht tragen.

Andreas Beckmann zeigte sich zuversichtlich, die dringend erforderliche Sanierung des Gebäudes an der Gartenstraße 52 trotz der aufgetauchten Probleme bis zum Sommer hinzubekommen. „Das ist zwar ambitioniert“, stimmte er der Einschätzung von Ursula Meier zu, aber Aufträge könnten schnell vergeben werden.

Von Martin Messy

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