"Wie viele kommen noch nach Lüdenscheid?"

Flüchtlingsunterbringung: AfL fordert Transparenz und Integrationskonzept

+
Am Freitagabend findet um 19 Uhr in der Auferstehungskirche die Informationsversammlung zur Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Sportplatz Höhe statt.

Lüdenscheid - Peter Oettinghaus, Chef der Alternative für Lüdenscheid (AfL), ist davon überzeugt, dass die Transparenz der Informationspolitik zur Unterbringung von Flüchtlingen in Lüdenscheid stark verbesserungswürdig ist.

„Erstaunt war ich über die Antwort des zuständigen Beigeordneten Thomas Ruschin in den LN, der sich nicht in der Lage sah, konkrete Antworten auf drängende Fragen zum Thema Flüchtlinge auf der Höh geben zu können“, so Oettinghaus. Dabei habe die AfL vor einer Woche die Informationen erhalten, dass 600 Flüchtlinge in Hallen mit Leichtbauweise untergebracht werden.

„Diese Hallen habe man sich schon in Soest angesehen. Die Überlegungen zur Entwässerung, Strom, Kanalisation, Wasser etc. waren waren schon angedacht. So wurden uns Bilder der möglichen Anlage an der Höh gezeigt. Das ging so weit, dass schon die Sanitärbereiche vorgestellt wurden. So soll Wohnraum für sozial Schwache entstehen. Auch diese Häuser wurden uns im Plan vorgestellt“, beschreibt Oettinghaus.

Willkommensklassen einplanen

Die Stadt müsse endlich anfangen zu überlegen, wie viele Flüchtlinge ungefähr noch nach Lüdenscheid kommen. Der Nachzug der Familien stehe noch im Raum. Man müsse also Kindergartenplätze vorhalten. Zudem sollte die VHS weiter Lehrer, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten, einstellen. Sogenannte Willkommensklassen sollten in Schulen eingeplant werden. Es sei nicht damit getan, Obdachlosigkeit zu vermeiden. „Viele der Flüchtlinge werden auf Dauer in Lüdenscheid bleiben.“

Die Bevölkerung müsse bei den Integrationsschritten mitgenommen werden. „Sonst entstehen Misstrauen und Frust. Einige Menschen haben dann den Eindruck, sie würden hintergangen. Wir meinen, dass die Aufnahmekapazitäten in Lüdenscheid erschöpft sind.“ Die Stadt müsse erst einmal Luft holen. „Denn die Flüchtlinge, die jetzt kommen beziehungsweise hier sind, müssen erst Teil der Lüdenscheider Bevölkerung werden.“ Die große Hilfsbereitschaft dürfe nicht überfordert werden, die Willkommenskultur nicht der Ablehnungskultur weichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare