"Freien Wohnraum prüfen"

Flüchtlinge: CDU will Ghettos vermeiden

Die CDU möchte eine Ghettobildung bei der Unterbringung von Flüchtlingen vermeiden und daher andere Möglichkeiten als den Sportplatz Höh ausloten.

Lüdenscheid - Die CDU möchte den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Sportplatz Höh/Rätherwiese“, der am Mittwoch im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt (17 Uhr im Ratssaal) auf der Tagesordnung steht, noch einmal zurückstellen.

„Wir wollen die Massenunterbringung von Flüchtlingen, wie sie auf dem Sportplatz Höh vorgesehen ist, möglichst vermeiden“, sagt CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling. „In der Vorlage der Verwaltung ist uns noch zu wenig Fleisch am Knochen. Unserer Meinung nach sollte zuvor noch die Nutzung von freiem Wohnraum geprüft werden.“ Die CDU denke dabei an den Brüser-Bau an der Worth oder das ehemalige Hasco-Gebäude an der Paulmannshöher Straße. Auch die Lüdenscheider Wohnstätten AG (Lüwo) oder die Wohnstätten Mark sollten mit ins Boot genommen werden, um ihren Bestand auf die Möglichkeit von Wohnraum für Flüchtlinge zu überprüfen.

„Wir hatten zum Beispiel vor gut einem Jahr noch Herrn Loos von der Lüwo bei uns in der Fraktion, der sagte, dass angesichts der demografischen Entwicklung langfristig ganze Straßenzüge abgerissen werden müssten. Immerhin hatten wir von 15 Jahren noch 82.000 Einwohner in Lüdenscheid, derzeit sind es noch 72.000. Da muss doch noch Wohnraum frei sein.“

Mehr Dezentralität bei der Unterbringung

Die CDU setze auf mehr Dezentralität bei der Unterbringung der Flüchtlinge. Mit der Bebauung des Sportplatzes Höh werde eine Dauerunterbringung über viele Jahre in die Welt gesetzt, die dann nicht mehr zurückzunehmen sei. „Das könnte zu einer Ghettobildung mit verschiedenen Nationalitäten und Glaubensrichtungen führen, die eine gewisse Brisanz und sozialen Sprengstoff birgt.“

Unterstützung für einen Antrag der Linken

Die CDU werde den Antrag der Partei Die Linke unterstützen, die die Erstellung eines Leerstands- und Baulückenkatasters vorgeschlagen hatte. „Wir hatten vor einigen Jahren schon einmal ein Brachflächen-Management angeregt und denken, dass dies eine gute Grundlage wäre, um bestehenden Wohnraum zu ermitteln.“

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