Flüchtlinge am Dickenberg: Notunterkunft wird geräumt

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Martina von Schaewen und Thomas Ruschin aus dem Rathaus und die Johanniter Birgit Niehaus und Christopher Tomaszik (v.l.).

Lüdenscheid - Die Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Hermann-Gmeiner-Grundschule am Dickenberg wird zum Monatsende geräumt. Die Sportvereine können dann auf Dauer die Turnhalle wieder benutzen. Das sind die beiden zentralen Nachrichten, die Vertreter der Stadt und der Johanniter am Abend im Gemeindezentrum Rathmecke-Dickenberg vor knapp 100 Bewohnern des Stadtteils überbrachten.

Der Erste Beigeordnete Thomas Ruschin sagte, die Belegung der Notunterkunft werde „am 29. Februar definitiv ein Ende haben“. Mit diesem Datum ende auch das Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung. „Niemand wird aber sagen können, dass dann generell und für alle Zeit keine Flüchtlinge mehr dorthin kommen,“ so Ruschin weiter. Die Stadt werde das Schulgebäude auch für die Zeit nach der Verlegung der letzten Flüchtlinge vorhalten müssen.

„Fest entschieden“ habe sich die Stadt jedoch, die frei werdende Turnhalle der Ex-Schule ab 1. März den Sportvereinen unbefristet wieder zur Verfügung zu stellen. „Ruschin: „Dass dieser Beschluss in einer Nacht- und Nebelaktion irgendwann wieder rückgängig gemacht wird, schließen wir aus.“ Noch unklar ist die Zukunft der Kleiderkammer und der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Die Kleiderkammer werde „eventuell noch ein bisschen erhalten“, sagte der Beigeordnete.

Pfarrer Thorsten Brinkmeier bedankte sich „im Namen des Stadtteils“ bei den Verantwortlichen. „Für die Vereine war es eine schwere Zeit.“ Gleichzeitig forderte er unter dem Applaus der Bürger dazu auf, Respekt zu zeigen – „Respekt gegenüber wem auch immer, das ist eine hohe zivilisatorische Leistung“.

Das sehen auch die Vertreter der Stadt und der Johanniter so. Thomas Ruschin bedankte sich dafür, „mit wie viel Geduld und Toleranz die Anwohner den neuen Nachbarn begegnet sind“. Und er äußerte Verständnis für zeitweisen Unmut der Anlieger. „Sie haben sich bewusst für eine sehr sehr ruhige Wohnlage entschieden und mussten diese Ruhe für einen erheblichen Zeitraum opfern.“

Auch Birgit Niehaus, Regionalvorstand der Johanniter, dankte den Bürgern dafür, „wie anständig und menschlich“ sie die Fremden begleitet hätten, „obwohl sie hier direkt vor Ihrer Haustür untergebracht waren“. Das habe auch die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte „viel einfacher“ gemacht.

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