Flüchtiger Drogen-Kurier noch unbekannt

Wer saß am Freitagabend am Steuer dieses Wagens? Diese Frage ist nach der wilden Flucht weiter ungeklärt. ▪ van de Wall

LÜDENSCHEID ▪ Die Polizei weiß noch nicht, wer ihr am Freitagabend in einem VW Polo entwischte – und damit eine große Suchaktion im stockdunklen Wald nahe dem Lüdenscheider Obi-Markt an der Brunscheider Straße auslöste.

An deren Ende stand, wie berichtet, der tragische Tod eines 59-jährigen Suchhundführers aus dem Kreis Olpe. Auch dieser Polizeibeamte war ausgerückt, um den Flüchtigen in dem kleinen Waldstück an der Ortsgrenze zu Altena ausfindig zu machen. Er erlitt im Einsatz jedoch einen Zusammenbruch und verstarb wenig später.

Die Polizei traf noch am frühen Samstagmorgen den 23-jährigen Plettenberger zuhause an, auf den der klapprige Polo zugelassen ist, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski auf Anfrage bestätigte. Der junge Mann gab jedoch lediglich an, sein Auto verliehen zu haben – an wen, wisse er nicht mehr so genau. Einen verwertbaren Namen nannte der Autohalter der Polizei jedenfalls nicht.

Auf den Einwand, dass diese Geschichte alles andere als glaubwürdig klinge, sagte der Polizeisprecher, es sei grundsätzlich nicht verboten, sein Auto irgend jemandem zu überlassen, ohne die fragliche Person näher zu kennen. Somit gebe es für die Ermittler hier zunächst keine Handhabe. Der am Waldrand sichergestellte Wagen werde aber eingehend auf Spuren untersucht, berichtete Boronowski. Gleiches gilt für die Tasche, in der Polizeibeamte auf der Nachsuche bei Tageslicht am Samstagmorgen in der Nähe des Autos zwei Kilogramm Marihuana fanden. Offensichtlich hatte der unbekannte Gejagte das Marihuana auf der Flucht verloren oder weggeworfen.

Dass sich die Verfolgung am Freitagabend, die mit einer schlichten Tempokontrolle auf der Autobahn 45 begonnen hatte, zu einem großen Einsatz auswuchs, war laut Boronowski allein dem Verlauf der wilden Flucht und der Verfügbarkeit der eingesetzten Kräfte geschuldet. Als der Fahrer auf der Autobahn Gas gab, um zu entkommen, wusste die Polizei laut Boronowski noch nicht, dass sie es mit einem Drogenkurier zu tun hatte. Bekanntlich war später neben 23 Polizeibeamten und den Hunden auch ein Helikopter mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera im Einsatz – vergebens. ▪ Thomas Hagemann

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