Trödel

Flohmarkt in Zeiten von Corona: Händler zwischen Hoffnung und Skepsis

Warten auf Kundschaft: Auch Hobby-Händler Artur Geisler war am Samstag an der Hohen Steinert mit einem Stand präsent. Richtig glücklich wirkte er angesichts der überschaubaren Publikums-Resonanz aber nicht.
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Warten auf Kundschaft: Auch Hobby-Händler Artur Geisler war am Samstag an der Hohen Steinert mit einem Stand präsent. Richtig glücklich wirkte er angesichts der überschaubaren Publikums-Resonanz aber nicht.

Feilschen um einen guten Preis, erstehen, was andere nicht mehr brauchen: Kaufen und Verkaufen auf dem Flohmarkt war in der Vergangenheit auch für viele Lüdenscheider und Lüdenscheiderinnen eine beliebte Wochenend-Beschäftigung.

Lüdenscheid – Dann kam Corona und zerstörte auch die Trödel-Welt. Lange Zeit war gar kein Freiluft-Markt möglich. Inzwischen sind derlei Veranstaltungen wieder erlaubt. Unter Auflagen wie der Maskenpflicht etwa. Kann man aber bereits von einer gewissen Normalisierung in der Flohmarkt-Szene sprechen? Oder dominiert weiterhin die Unsicherheit? Antworten darauf gab es von Veranstaltern und Händlern am Samstag beim Flohmarkt an der Hohen Steinert.

Der Eindruck, der sich dem Betrachter schon vor Betreten des Markt-Geländes aufdrängt: Es war hier schon mal voller. Eine Einschätzung, die Jutta Gnatowski im LN-Gespräch bestätigt. Die Chefin des Veranstaltungsbetriebs „Tommys Trödelmärkte“ steht mit ihrem Team gleich am Basar-Eingang. Ihr Urteil: „Die Normalität aus Vor-Corona-Zeiten ist noch nicht wieder eingekehrt. Alles ist noch recht verhalten, es herrscht weniger Betrieb als früher.“ Verantwortlich für die Zurückhaltung macht Gnatowski nicht nur die Pandemie-Folgen, sondern auch den Sommer 2021, dem bisher längere regenfreien Perioden fehlten: „Die Wetterprognosen waren oft ziemlich schlecht für uns.“ Die Befürchtung der Markt-Organisatorin: „Wenn die Inzidenzen im Herbst wieder steigen sollten, droht uns womöglich erneut ein Markt-Verbot.“

100 Meter weiter stehen zwei Freundinnen an ihren benachbarten Trödelständen. Bücherkisten türmen sich neben alten Instrumenten. Ihren Name möchten die gut gelaunten Frauen lieber nicht in der Zeitung lesen. Sie finden, dass der „alte Trödel-Schwung noch nicht wieder da ist“. Corona sei noch deutlich spürbar. Ihre Leidenschaft für den Gebrauchtwaren-Verkauf ist aber geblieben: „Wir beide trödeln seit Jahrzehnten zusammen. Und wir machen weiter – wenn man uns lässt.“

Zeigten sich recht zufrieden mit dem Markt-Geschehen: Maren Voß und Tochter Lena.

Schräg gegenüber sitzt Artur Geisler vor einem Berg aus Porzellan und elektrischen Haushaltshelfern. Der Hobby-Händler aus Valbert wirkt leicht bedrückt. Seine Erkenntnis: „Mit Corona ist der Verkauf schlechter geworden, man hat die ganzen Sachen herumliegen und keiner kauft sie.“

Es gibt aber auch optimistischere Kommentare von den Trödlern und Trödlerinnen. Einer davon kommt von Maren Voß und Tochter Lena, die am Samstag ebenfalls einen Verkaufsstand an der Steinert aufgebaut hatten. Die Worte des Duos: „Wir sind eigentlich recht zufrieden, es scheint langsam alles wieder anzulaufen.“

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