Endlich wieder Urlaub

Fliegender Wechsel: Busunternehmer aus MK fährt Ausflugsziele statt Schulen an

Maurice Manß am Steuer eines Reisebusses.
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Die Tage als Schulbusfahrer sind vorerst gezählt. Bald kann Maurice Manß wieder längere Fahrten nach Südtirol, Österreich oder auf die Insel Rügen unternehmen. Nach der langen Corona-Pause ist die Vorfreude nicht nur bei ihm groß.

Für Familie Manß und die Angestellten ist es eine Rückkehr zur Normalität eines Reiseveranstalters, wenn das aktuelle Schuljahr endet – oder besser ein fließender Übergang von Schülern zu Reisegästen.

Lüdenscheid – Am Freitag, 2. Juli, bringt das Unternehmen zum letzten Mal, bei sogenannten Verstärkerfahrten, Schülerinnen und Schüler zum Unterricht und zurück, am Tag darauf startet die erste Tagestour mit „normalen“ Kunden seit fast zwei Jahren – Shoppen und Bummeln in Venlo. „Es geht endlich wieder los“, sagt Geschäftsführer Manfred Manß.

Die Vorfreude im Familienbetrieb ist groß. Seit gut einem Monat ist das Büro des Reisebusunternehmens wieder besetzt, werden die Reisebusse auf die Sommersaison vorbereitet – mit einem Coronaprotokoll. Die Reisenden werden zwar weiterhin einen Mundschutz während der Fahrt tragen müssen, dürfen aber am Platz mit Getränken und Snacks bedient werden und diese auch verzehren.

Zudem hat die Firma ihre größten Fahrzeuge mit jeweils einem Luftreinigungsgerät ausgestattet: Kostenpunkt zwischen 2500 und 4500 Euro. Diese Investition in die für die Fahrgäste unsichtbar verbauten Anlagen soll sich lohnen. „Das Gerät soll 99,7 Prozent der Corona-Viren herausfiltern“, sagt Manß. Zudem werde der Innenraum durch eingeblasenes Ozon desinfiziert. „Die Masken müssen zwar weiterhin getragen werden“, sagt der Geschäftsführer, erhofft sich in naher Zukunft aber eine Lockerung. „Vielleicht dürfen die Masken in Fahrzeugen mit einem solchen Luftfiltergerät eher abgenommen werden, als in nicht ausgerüsteten Bussen.“

Nicht nur der gesamte Familienbetrieb, sondern auch deren Kunden freuen sich, dass es endlich wieder losgeht. „Bald kann ich endlich wieder Touren fahren“, freut sich Maurice Manß. Mittlerweile seien mehr als 350 Buchungen eingegangen, sagt sein Bruder Dennis, diese Zahl sei deutlich höher als im Sommergeschäft vor Corona. „Mittlerweile gibt es für fast alle angebotenen Fahrten eine Durchführungsgarantie“, sagt Vater Manfred. Die Zusage gibt das Unternehmen, wenn mindestens 25 Gäste die Reise buchen.

Manfred Manß kann endlich wieder arbeiten. Seit dem 31. Mai 2021 werden im Büro wieder Reisen organisiert.

Bei all der Freude über die Rückkehr zum Tagesgeschäft, solle aber nicht der Eindruck entstehen, die Verstärkerfahrten mit Kindern und Jugendliche seien bisher eine Qual gewesen, sagt Manfred Manß. „Die Schüler verhalten sich tadellos, der Bus ist immer picobello sauber!” Während Klassenfahrten seien die Schüler nicht so zurückhaltend, sagt der Firmengründer. „Ich werde von den Schülerinnen und Schülern sogar gegrüßt.“ Eine Geste, mit der er einfach nicht gerechet habe.

Neben den Schülern von drei Gymnasien bringt Manß mit seinem Reisebus zudem Grundschüler nach Unterrichtsschluss nach Hause. Auch diese Fahrten funktionierten hervorragend, sagt er. „Die Lehrer kommen beim Einsteigen mit in den Bus und verteilen die Kinder auf die Sitze“, sagt der Reiseveranstalter. Vor Abfahrt stiegen sie aber wieder aus.

Wie gut die Kinder und Jugendlichen seinen Bus behandeln kann Manß daran erkennen, dass er nie Gardinen zurückziehen und Sitze in die in die senkrechte Position zurückbringen muss. Auch Putzen muss er kaum und ist begeistert: „Am Freitag habe ich nur kurz durch gesaugt. Die Kinder verhalten sich alle vorbildlich.“

Ab dem 3. Juli tauschen zahlende Kunden wieder die Plätze mit den Schülern – hoffentlich bei ähnlich gutem Betragen.

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