Flexible Lösungen für jedes Kind: So läuft es in den Kita-Notgruppen

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Lüdenscheid - Vereinzelte Kinder in wechselnden Zusammensetzungen, unbesetzte Gruppenräume, besondere Hygienemaßnahmen: Auch in den Lüdenscheider Kitas läuft in Zeiten von Corona alles ein wenig anders.

In vielen Einrichtungen sind Notgruppen eingerichtet – für Kinder mit Eltern in systemrelevanten Berufen. Und: Seit Montag haben auch alleinerziehende Berufstätige Anspruch, ihr Kind betreuen zu lassen. Trotz eines leichten Anstiegs der Nachfrage blieb der große Ansturm bislang aus.

„Die neue Regelung ist spürbar, aber nicht so deutlich wie vielleicht erwartet. Die Eltern gehen sehr behutsam mit der Entscheidung um, ihr Kind in eine Notgruppe zu schicken“, erläutert Fachdienstleiterin Ursula Speckenbach. 

Etwa 50 Kinder werden derzeit in den kommunalen Einrichtungen betreut – und zwar individuell und flexibel. „Nicht jedes Kind kommt jeden Tag, sondern so, wie es von den Eltern benötigt wird“, verweist Speckenbach auch auf eine Betreuung am Wochenende. 

„Theoretisch könnten wir auch mehr Kinder betreuen, aber das ist alles eine Frage der Umstände. Hier werden wir täglich vor neue Fragen gestellt“, wünscht sich Speckenbach eine entsprechende Vorlaufzeit, sollte der Betrieb wieder ausgeweitet werden. „Damit wir uns entsprechend vorbereiten und planen können.“ 

Durchschnittlich fünf Kinder werden zurzeit in der katholischen Kita „Die Arche“ betreut, „aber die Anfragen kommen mittlerweile häufiger“, berichtet Brigitte Madry, stellvertretende Kita-Leiterin. Konnten Eltern die vorherigen Wochen noch gut überbrücken, seien Überstunden und freie Tage bei vielen mittlerweile aufgebraucht. 

Andererseits versuchten viele Eltern, die Betreuung anderweitig zu regeln. „Ihnen ist bewusst, dass es immer noch ein Risiko gibt.“ Natürlich gelten auch in der Arche besondere Hygienemaßnahmen, sind innige Umarmungen und Küsschen tabu – doch nicht immer ist es machbar, den Abstand einzuhalten.

„Einerseits ist das bei den Kindern im Spiel schnell vergessen“, andererseits brauchen die Jüngsten auch die Nähe zu ihren Erzieherinnen. Eine Fernsehshow brachte Madry dann auf die Idee einer Abstandsstange. „Damit bekommen die Kinder auf ganz spielerische Art und Weise ein Gefühl für 1,5 Meter Abstand.“ 

Wann eine Rückkehr in den Normalbetrieb möglich ist, steht derzeit noch nicht fest. „Unser Kita-Zweckverband hält sich an die Weisungen des Ministeriums.“ Und das gilt auch für die Kitas im Trägerverbund der Evangelischen Kindertageseinrichtungen im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg: Auch dessen Verantwortliche hielten sich strikt an die Vorgaben des Landes und reagierten in den einzelnen Notgruppen mit einer hohen Flexibilität. 

Denn auch hier variiere die Zahl der zu betreuenden Kinder täglich, weiß Dirk Cechelius, Geschäftsführer des Trägerverbundes. Und: Trotz der Neuerungen am Montag seien die Zahlen konstant geblieben, versuchten die Eltern, andere Lösungen zu finden. „Für diesen Einsatz kann man den Eltern nur ein großes Kompliment aussprechen.“

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