Flächenpool NRW: 16 potenzielle Wohnbauflächen in Lüdenscheid

Wird an diesen Stellen künftig Wohnraum entstehen?

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Insbesondere der Standort Felde/Eicken stieß unter den Ausschussmitgliedern auf Kritik. Ob er als Bauland geeignet sei, sei aber noch gar nicht klar, betonte Stangier. Vorerst sollten lediglich alle Flächen auf ihr Potenzial untersucht werden.

Lüdenscheid - Der Wohnungsmarkt ist knapp. Auch die Stadt Lüdenscheid bemüht sich daher um eine Erweiterung des Wohnungsbaus. Das Problem: entsprechendes Bauland.

Flächen gibt es zwar, doch nicht alle sind dafür geeignet. Um das tatsächliche Potenzial herauszufinden, bietet der Flächenpool NRW (Nordrhein-Westfalen) als Angebot des Landes NRW seine Unterstützung an. 

André Stangier gehört zum Team des Flächenpools. Seine Arbeit und das geplante Vorgehen stellte er in dieser Woche den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt vor. Denn die Stadt Lüdenscheid habe sich zwar mit 16 Standorten bei der Landesinitiative beworben, ob sie die Konsensvereinbarung auch endgültig eingehen, diese Entscheidung steht noch aus. 

"Entwicklung der Flächen aufwendig"

Klar ist: „Auf Grund verschiedener Rahmenbedingungen wie Eigentumssituation, Topografie, Ökologie, Wirtschaftlichkeit, Aufbereitungs- und Erschließungsmöglichkeit etc. gestaltet sich die Entwicklung der Flächen zum überwiegenden Teil aufwendig bzw. ist derzeit nicht verlässlich planbar“, heißt es in der Beschlussvorlage. 

All diese Themen zu berücksichtigen und „die beste Lösung für Lüdenscheid“ zu finden, könnte zur Aufgabe des Flächenpool-Teams werden, erklärte Stangier. Dabei sei Lüdenscheid sogar ein Sonderfall, denn eigentlich liege die Grenze der potenziellen Standorte bei zehn. „Wir betrachten aber alle 16, um zu sehen, wie sie im Verhältnis zueinander stehen“, sagte Stangier weiter. Eine enge Kooperation mit der Stadt und natürlich den Anwohnern vorausgesetzt. 

Denn das Entwicklungsinteresse der betroffenen Bürger werde abgefragt. Stangier betonte: „Als Landesinitiative haben wir das Wohl aller im Blick und sind nur auf das Beste für alle aus.“ Wichtig: Im Fokus stehen laut Initiative Flächen in integrierten Lagen, die ihre ehemalige Nutzung verloren haben oder deren Nutzung dem Standortpotenzial nicht gerecht werden. 

In Lüdenscheid geht es um diese Flächen:

- Zaunkönigweg 

- Parkstraße 

- Klopstockweg 

- Rathmecker Weg 

- Birkenweg 

- Grüner Weg/Gartenstraße 

- Honseler Straße/Altheider Straße 

- Markhahn/Schulstraße 

- Esberg 

- Buschhauser Weg 

Als weitere Flächen werden aufgezählt: 

- östlich Wettringhof 

- Diebesweg 

- Vogelberg Erweiterung 

- Felde/Eicken 

- Dickenberg Erweiterung 

- Gevelndorf 

Insbesondere die Randflächen als potenzielle Wohnbauflächen zu betrachten, stieß bei den Mitgliedern der Grünen- und Linken-Fraktion auf Kritik. Es sei nicht nötig, Bereiche wie Felde/Eicken zu bebauen, hieß es. 

Die potenzielle Wohnbaufläche an der Parkstraße: Rund 0,7 Hektar liegen westlich von Haus Schöneck, gegenüber dem Gebiet zwischen den Einfahrten zur Stüttinghauser Ringstraße.

Doch das sei auch lange nicht gesagt, betonte Stangier. Denn bei dem „Sonderprojekt Lüdenscheid“ gehe es darum, eine umfassende Gesamtstrategie für alle Einzelstandorte zu umfassen und sich im Idealfall am Ende auf ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen. 

Nicht alle Flächen stellten sich als geeignetes Bauland heraus. „Wir nehmen erst eine Priorisierung vor“, sagte Stangier. „Es geht um eine Rangfolge, ob Standorte besser geeignet sind als andere.“ Falls die Stadt eine Konsensvereinbarung mit Flächenpool NRW eingehen sollte, beliefen sich die Kosten auf einmalig 24.250 Euro. Die Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, drei (Linke und Grüne) enthielten sich.

Was ist der Flächenpool NRW?

Auf der Internetseite des Flächenpool NRW heißt es: „Mit dem Flächenpool NRW will das nordrhein-westfälische Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) die Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens weiter stärken. Die Landestöchter NRW.URBAN und BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG NRW) unterstützen die Kommunen vor Ort – wenn es um die Aktivierung von Standorten, die ihre frühere Nutzung verloren haben oder hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, geht. 

Aufgrund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt werden Potenzialflächen für den Wohnungsbau besonders berücksichtigt. Beim Flächenpool NRW geht es um ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot. [...] In dem interdisziplinär besetzten Team des Flächenpool NRW werden das Fachwissen und die Kompetenzen der verschiedenen Fachrichtungen zusammengeführt: Planerischer, kaufmännischer, technischer Sachverstand und nicht zuletzt die notwendige Kreativität fließt in die Bearbeitung eines jeden Standortes ein.“

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