Fitnessclub-Aktion für Blinde

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Beim Ausprobieren der Liegefahrräder. Im Vordergrund Barbara Küppers.

Lüdenscheid - Im Nachgang des Sehbehindertentags (6. Juni), der in diesem Jahr unter dem Motto „Fit auch mit Sehbehinderung!“ stand, nahm eine sechsköpfige Gruppe des örtlichen Blinden- und Sehbehindertenvereins eine Einladung des Fitness-Clubs Team Engelbertz an der Bräuckenstraße gerne an.

Eigens für die Gruppe veranstalteten Studioleiter Wahid Nazemy und seine Mitarbeiterin Sabine Juritzki einen Tag der offenen Tür.

Auf die Idee, das Studio zu besuchen, hatte Vereinsmitglied Markus Pfeifer, der seit zwölf Jahren zwei- bis dreimal die Woche bei Engelbertz trainiert, die Gruppe gebracht. „Wir wollen zeigen, dass Sehbehinderte (und Menschen mit anderen Behinderungen) auch Sport machen können“, umriss Barbara Küppers, mehrfache Deutsche Meisterin im Luftgewehrschießen für Blinde, den Anlass der Veranstaltung. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Josef Küppers, Vorsitzender des örtlichen Blinden- und Sehbehindertenvereins, und anderen informierte sie sich über die Trainingsmöglichkeiten vor Ort und probierte mit sichtlicher Begeisterung die unterschiedlichsten Geräte aus.

„Viele, die spät erblinden, ziehen sich zurück und finden keinen Anschluss mehr nach draußen“, so die Erfahrung der Gruppe. Besonders der Sport stehe im Fall einer Erblindung oder Sehbehinderung ganz hinten an. Dies zu ändern und Freude an körperlicher Betätigung zu wecken, war Ziel des Studio-Besuchs, bei dem sich das Engelbertz-Team viel Zeit für die Gruppe nahm.

Mit der Erwartung, Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern, ließen sich die Teilnehmer die Trainingsmöglichkeiten und -geräte erklären. Dass es durchaus Vorbehalte seitens Studios gibt, Menschen mit einer Sehbehinderung aufzunehmen, wusste Josef Küppers zu berichten. „Ein Vereinsmitglied hat Schwierigkeiten gehabt, in einem Fitnessstudio unterzukommen.“ Umso mehr freute sich die Gruppe vor Ort über offene Türen und die Bereitschaft, sich der Sehbehinderten anzunehmen.

„Toll, dass die Trainer so auf die Leute eingehen und darauf achten, dass sie alles richtig machen“, freute sich Küppers. Auch seitens der Teilnehmer kam durchweg positive Resonanz. „Das war top, was ich ausprobiert habe“, so die gängige Meinung. Liegefahrräder, Laufbänder, Sitzfahrräder und viele andere Geräte probierten die Vereinsmitglieder aus.

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