Lüdenscheider Firmenläufe:

Immer neue Superlative und zwei Unglücksfälle

Firmenlauf-Chefin: Brigitte Klein.

Lüdenscheid - Es ist am Freitagabend die zehnte Auflage des Firmenlaufes im Märkischen Kreis – ein runder Geburtstag für das Kind von AOK und Turbo-Schnecken Lüdenscheid, das wohl geraten ist.

Grund genug, zurückzuschauen auf die ersten neun Läufe durch die Lüdenscheider City. Läufe mit immer neuen Superlativen, aber auch mit zwei Tiefschlägen:

2003, die Premiere

Firmenlauf online 2012:

Wiederkommen lohnt sich: Noch am Freitagabend wird es auf dieser Seite zahlreiche Fotos vom 10. Firmenlauf geben. Außerdem spätestens am Samstag ein Video!

Auf dem Gelände der Firma Insta fällt der Startschuss für die Premiere der Erfolgs-Veranstaltung. Mit 26 Minuten Verspätung, für die das Chaos auf den Straßen und ein Live-Übertragungswunsch des WDR verantwortlich sind. Der Lüdenscheider Bürgemeister heißt Friedrich-Karl Schmidt – er gibt den Startschuss. 3500 Läufer machen sich auf den 5,5 Kilometer langen Weg zum Sternplatz. Verglichen mit später sind es eher wenige Läufer, doch die Organisatoren sind restlos aus dem Häuschen. „Einfach super“, findet Turbo-Schnecken-Chefin Brigitte Klein den Lauf. Die Lokalzeitung titel: „Ein Mega-Event“.

2004, "Schweinisches"

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So wird das Wetter

Start, Ziel und Strecke sind neu. Es regnet den Lüdenscheider Regen, doch die Stimmung ist prächtig. 4400 Aktive machen sich vom Schützenplatz Loh auf eine 4,4 Kilometer lange Strecke, die über die Wilhelmstraße wieder zurückführt auf den Schützenplatz. Die Läufer sprechen in diesem Zusammenhang von einem letzten „schweinischen Anstieg“. Passend dazu schickt die Landwirtschaftskammer unter den zahlreichen bunt kostümierten Läufern das Schwein Rosalie auf den Weg. Das Motto heißt: „Spaß statt Tempo“. Jörg Haarmann nimmt das nicht so ernst und läuft wie 2003 mächtig schnell als Erster ins Ziel.

2005, Syrtaki im Regen

Wieder regnet es. Zwar nicht zum Start (bei dem viele diesmal den Schuss nicht hören), doch während des Laufes, der erstmals am Rathausplatz startet und dort auch wieder mündet, fängt es an zu schütten. Die große Läuferparty erreicht deshalb keine dem Stadtfest ähnlichen Verhältnisse. Giftige Anstiege hat auch die neue 5,5-Kilometer-Strecke zu bieten. Die Teilnehmerzahl liegt erstmals über 5000. Wieder ein Rekord. Und wieder ist die Stimmung – na was? – super. Auf dem Granit des Platzes wird Syrtaki getanzt. Im Regen.

2006, ein Todesfall

Es ist der letzte Tag vor dem WM-Start, ein Donnerstag, an dem mehr als 5500 Läufer aus 329 Firmen auf die Strecke gehen. Das Wetter spielt diesmal mit, doch der Abend endet tragisch: Um 20.35 Uhr wird ein Gerücht zur Gewissheit. Ein 36-jähriger Läufer der Firma Flühs ist auf der Strecke verstorben. Die Organisatoren sagen konsterniert die Party am Rathausplatz ab. Es ist der bitterste Moment der Firmenlauf-Geschichte.

2007, Karneval in der City

Die Organisatoren reagieren auf den tragischen Todesfall. Im Vorfeld gibt es eine Info-Veranstaltung mit Dr. Ernst Jakob zum Thema „Gesundes Laufen“. Die Strecke – erstmals in der City ein Rundkurs – wird von den Aktiven als „fair“ gelobt. Sie führt erstmals durch den Rathaustunnel, den die Stadt für die Veranstaltung sperrt. Der Lauf findet zudem – noch eine Premiere – freitags statt, was die Option auf eine längere Feier ermöglicht. So wird die 5. Auflage zum perfekten Event. Das Wetter stimmt, 5488 Aktive aus 362 Firmen machen den Tag zu einem Karneval der Läufer.

2008, zweiter Unglücksfall

Das Motto heißt inzwischen „Laufen fürs Betriebsklima“. Dem folgen 5920 Freizeitsportler. Wieder ein Rekord. Die Schafskälte verleidet den Aktiven allerdings ein wenig den Weg über die bewährte Strecke. Und wieder überschattet ein Unglücksfall das Spektakel. Beim Anstieg zum Wermecker Grund bricht ein Läufer zusammen und erleidet einen Herzinfarkt, liegt eineinhalb Wochen im Koma, kommt in der Folge nur langsam wieder auf die Beine.

2009, Wirtschaftskrise

Die Turbo-Schnecken wollen nach dem zweiten Unglücksfall weiter die Risiken minimieren, bieten Vorbereitungstrainings und Trainingspläne im Internet an. Es ist das Jahr der Wirtschaftskrise. Ein Jahr, in dem das Betriebsklima nicht überall gut ist. Das merkt auch der Firmenlauf. Die Teilnehmerzahl geht auf 5121 zurück, auch die Zuschauer an der Strecke sind nicht mehr so zahlreich. Dafür verläuft das Event ohne Vorkommnisse. Die Läufer sind zufrieden und loben die etwas veränderte Streckenführung. Ein guter Tag.

2010, Hitzeschlacht

Es ist die vielleicht anstrengendste Auflage. Es ist heiß in Lüdenscheid, eine schwüle Hitze. Am Abend kommt ein wenig Wind auf. Trotzdem sagt Brigitte Klein eine Stunde vor dem Rennen: „Ich bin froh, wenn alle wieder drin sind.“

AOK-Firmenlauf 2010 - Nr. 1

Alle sind diesmal 5825 Läufer aus 380 Firmen, unter ihnen Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas. Mittelstreckler Andrej Artschwager und Fußballer Abdulah El Youbari laufen als Schnellste des Tages gemeinsam über die Ziellinie. Ein schönes Bild an einem Tag, an dem alles gut wird. Der Wunsch von Brigitte Klein erfüllt sich.

9. AOK-Firmenlauf in Lüdenscheid

Hauptsache alle gesund im Ziel: Das war oberste Maxime beim 9. Firmenlauf der AOK, der mehr als 5800 Läufer auf eine 5,5 Kilometer lange Strecke brachte.

Zum Video

2011, Petrus läuft mit

5835 Aktive aus 325 Firmen bedeuten die zweitgrößte Starterzahl der Geschichte. Wetter und Stimmung sind prächtig, so dass Ralf Jurka feststellt: „Petrus ist doch ein Firmenläufer.“ Das Motto heißt derweil wieder wie in den Anfangstagen „Spaß statt Tempo“.

9. AOK-Firmenlauf 2011 - Nr. 1

Als Erste ins Ziel laufen diesmal Abdulah El Youbari und der Wendener Leichtathlet Patrick Sapel gemeinsam. Selbst die Schnellsten wie Steffi Busenius indes stellen fest: „Die Zeit ist hier nebensächlich, hier läuft man wegen der Atmosphäre.“ Das hören die Organisatoren gerne. Es ist die Garantie für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte des Firmenlaufes.

Thomas Machatzke

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