Senke im Ortsteil Wettringhof wurde zum Stausee

Firmen im MK: Noch keinen Überblick - die Produktion liegt still 

Aufräumarbeiten nach Überschwemmung Teil 2
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Der Schlittenbach verwandelte die Senke im Ortsteil Wettringhof in einen Stausee.

Der ansonsten unscheinbare Schlittenbach hat die Senke im Ortsteil Wettringhof mit Wohnhäusern und Gewerbebetrieben zeitweise in einen Stausee verwandelt. Michael Meister, Chef der Firma MIB Industriebefeuerungen, sagt: „Wir haben noch keinen Überblick über die Schäden.“

Lüdenscheid - Das „halbe Lager ist weggeschwommen“, eine für Mittwoch geplante große Lieferung an einen Kunden ist geplatzt.

Nach einem Geschäftstermin in Leipzig hat Meister seine neun Beschäftigten, die mit ihren Autos in 60 Zentimetern Wassertiefe nicht mehr weggekommen waren, zunächst mit Abendessen versorgt. „Mit meinem hochhackigen Geländewagen kam ich gerade noch durch.“ Danach habe er einen Kollegen nach dem anderen nach Hause gebracht, so Meister. Bis zum späten Abend hatte das Team zuvor allerhand Treibgut aus dem Wasser gefischt, das sich vor einer Brücke angesammelt hatte, starke Äste, Gartenmöbel oder sogar Laptops waren dabei, so der Unternehmer.

Tom Stimpel versuchte in Handarbeit, sein Hab und Gut zu retten.

Der Nachbar des MIB-Chefs ist Tom Stimpel, der seinen Handel mit gebrauchten Werkzeugmaschinen und Anlagen in zweiter Generation von seinem Vater übernommen hat. Mit Frau und Sohn versucht der Lüdenscheider, in Handarbeit, mit Eimern und Schaufel, Wasser und Schlamm aus der Halle zu bekommen und vom Maschinenpark zu retten, was zu retten ist. „Wir müssen die schnell reinigen und einölen, dann schauen wir mal, wie es weitergeht“, so der Maschinenbau-Ingenieur. Für die Anlieger bleibt nach Angaben von Michael Meister die bange Frage, wie sich die Gebäudeversicherungen verhalten werden. „Wir haben uns in einer Hochwasserzone niedergelassen, das kann unangenehm werden.“ Seit auch das Abwasser von der Schlittenbach-Talbrücke der A 45 in den Bach geleitet wird, sei die Lage in der Wettringhofer Senke noch unsicherer geworden.

Land unter auch an der Platehofstraße: Seit 31 Jahren arbeitet Prokurist Karsten Zurek bei Plate-Stahl – „vor 25 Jahren hatten wir so etwas schon einmal“. Das Wasser lief die Leifringhauser Straße hinunter in die Einfahrten. Mit „Mann und Maus“, wie Zurek sagt, rückte alles an, was helfen konnte. In Bächen lief das Wasser über das Betriebsgelände. Die Mitarbeiter schleppten die Nacht über von Drahtrollen bis zu Sandsäcken alles herbei, was halbwegs abdichten und die Wassermassen umlenken konnte, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten.

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