Firma Hirt Leuchten ist zahlungsunfähig

LÜDENSCHEID ▪ Die Firma Hirt Leuchten an der Lösenbacher Landstraße ist zahlungsunfähig. Das Hagener Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. Sieben von 28 Beschäftigten sind inzwischen entlassen, zwei bis drei weitere Kündigungen stehen bevor. Die Firma bildet drei junge Leute aus.

Hirt Leuchten wurde 1975 von der Familie Hirt gegründet und ist bis heute eine inhabergeführte offene Handelsgesellschaft (oHG). In dieser Unternehmensform haften die Gesellschafter persönlich. Die Firma hat sich auf die Fertigung von Leuchten spezialisiert, stellt elektronische Bauteile her, aber in erster Linie Reflektoren und andere Lichtlenksysteme. Hauptabnehmer war bislang die branchenverwandte Industrie. Das teilte Gesellschafter Marcus Hirt im LN-Gespräch mit.

Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Lüdenscheider Rechtsanwalt Reiner Becher. Er macht „heftige Umsatzrückgänge“ für die Entwicklung bei Hirt verantwortlich. Bereits am 10. Januar habe das Unternehmen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt, weil kaum noch liquide Mittel vorhanden gewesen seien.

Seither haben die Beschäftigten als Lohnersatz Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit bezogen, finanziert über einen Kredit bei der Sparkasse Lüdenscheid, so Reiner Becher.

Die aktuelle Auftragslage sei befriedigend, „wir können die Aufträge abarbeiten“, sagte der Insolvenzverwalter. Die entlassenen Beschäftigten seien diejenigen mit den kürzesten Betriebszugehörigkeits-Zeiten und hätten Abfindungen erhalten. „Reichtümer gibt es dabei aber nicht zu verteilen“, so Becher. Die Zahlungen seien ein Akt der Fairness, weil die Entlassenen mit ihrem Beitrag den Rest der Arbeitsplätze vorerst sicherten.

Mittelfristig soll der Betrieb aus Gründen der Wirtschaftlichkeit mit „maximal 20 Leuten“ weitergeführt werden, sagte der Rechtsanwalt. „Kommen wir in die Verlustzone, müssen wir die Produktion stilllegen.“ Der nächste Schritt soll neben der Konsolidierung die Suche nach einem Investor sein. Wie Becher sagte, gebe es bereits einen Interessenten. Namen nannte er noch nicht. Es soll ein auswärtiger Unternehmer aus der Branche sein.

Olaf Moos

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