Warnung der Polizei

Firma im MK: Mitarbeiterin überweist mehr als 50.000 Euro an falschen Chef

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Euro-Banknoten (Symbolbild)

Lüdenscheid - Einem Lüdenscheider Unternehmen ist ein Schaden im hohen fünfstelligen Euro-Bereich entstanden, weil eine Mitarbeiterin das Geld an den falschen Chef überwiesen hat. Einen Vorwurf an die Frau gibt es nicht.

Denn, so schreibt die Polizei im Märkischen Kreis, die Mitarbeiterin der Lüdenscheider Firma ist in eine perfide Falle getappt, die ihr Betrüger gestellt haben. Ausgangspunkt war eine gefälschte E-Mail, die ihr ein falscher Chef mit dem Namen des echten Chefs geschickt hatte. 

Darin befand sich eine Zahlungsaufforderung. Die Mitarbeiterin überwies daraufhin am Mittwoch den gewünschten Betrag ins Ausland. Am Donnerstag erstattete der echte Chef Anzeige. 

CEO-Fraud ist eine bekannte Betrugsmasche

Diese Betrugsmasche hat einen Namen: CEO-Fraud. CEO steht dabei für Chief Executive Officer, zu deutsch Geschäftsführer. Fraud bedeutet Betrug. Bereits im Frühjahr hatte es einen ähnlichen Fall im Märkischen Kreis gegeben

Betrüger durchforsten auch soziale Netzwerke

Die Täter gehen laut Polizei raffiniert vor und bereiten den Betrug von langer Hand vor: Sie sammeln jegliche Art von Informationen über das Unternehmen. Zu ihren Informationsquellen gehören Wirtschaftsberichte, Handelsregister, Werbebroschüren oder die Homepage. Sie interessieren sich für Geschäftspartner, geplante Investments und E-Mail-Adressen von Unternehmensmitarbeitern. Eine weitere wichtige Informationsquelle sind Soziale Netzwerke, in denen Mitarbeiter ihre Funktion und Tätigkeit oder persönliche Dinge preisgeben.

Opfer sitzen in der Buchhaltung

Haben sie sich gründlich informiert, nehmen sie Kontakt zu ausgeforschten Mitarbeitern auf und geben sich als leitende Angestellte, Geschäftsführer oder Handelspartner aus. Ihre Opfer sind in der Regel Mitarbeiter aus der Buchhaltung oder dem Rechnungswesen. Diese werden unter einem Vorwand, z.B. auf eine angebliche Unternehmensübernahme, geänderte Bankverbindungen oder Notlagen, dazu aufgefordert, größere Summen auf ausländische Konten zu überweisen.

Falsche Chefs verdonnern zu Verschwiegenheit

Die E-Mail-Absenderadressen oder Telefonnummern sind meist manipuliert oder stammen von ähnlich lautenden Domains. Der Betrüger könnte aber auch Zugriff auf den regulären Mail-Account erlangt haben. Oft verdonnern die falschen Chefs die angeschriebenen Mitarbeiter auch noch zum Stillschweigen im Betrieb. Auf diese Art ergaunerten die Betrüger bereits Millionen-Beträge einzelner Firmen.

Polizei rät zu zwingendem Rückruf beim Chef

Deshalb sollten Unternehmen dringend Sicherheitsmaßnahmen ergreifen: Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die Betrugsmasche. Geben Sie öffentlich nicht unnötig Informationen preis - weder zum Unternehmen, noch zu besonderen Funktionen der Mitarbeiter. Führen Sie klare Abwesenheitsregelungen ein. 

Im Falle von Zahlungsanweisungen per E-Mail könnte zum Beispiel ein zwingender Rückruf beim Chef unter seiner bekannten Handy-Nummer helfen. Vier-Augen-Prinzip mindestens für ungewöhnliche Überweisungen oder Geld-Transfers ins Ausland. 

Weitere Infos gibt es hier

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