Finanzieller Kraftakt für RSA nicht zu stemmen

LÜDENSCHEID – Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele, vorläufiger Insolvenzverwalter der Lüdenscheider Firma RSA Entgrat- u. Trenn-Systeme GmbH & Co KG, erläuterte gestern in einer Pressemitteilung die Hintergründe der Firmenpleite. RSA sei bekanntlich im Jahr 2008 verkauft worden. Die Bayerische Landesbank als Investor habe das Unternehmen sozusagen seinen eigenen Kaufpreis erwirtschaften lassen. Dies sei letzten Endes, so der Anwalt, nicht zu stemmen gewesen. Thiele, Mitglied der Dortmunder Dortmunder Kanzlei Husemann & Partner, sieht aber laut Pressemitteilung „große Chancen“, dass das Unternehmen weitergeführt werden kann.

RSA hatte, wie die LN berichteten, am Dienstag Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hagen gestellt. Thiele begründete seinen Optimismus auf einer Betriebsversammlung folgendermaßen: „RSA stellt Produkte her, die am Markt gefragt sind.“

Der Gang zum Insolvenzrichter, heißt es in der Pressemitteilung weiter, sei nötig geworden, nachdem die Mehrheitsgesellschafter, die Bayern LB Private Equity GmbH und der Erbe des verstorbenen Firmengründers Rainer Schmidt, eine Stützung des Traditionsunternehmens ausgeschlossen hatten.

In finanzielle Bedrängnis sei RSA in den vergangenen Monaten durch die Last der Kapitaldienste geraten, die aus dem Unternehmensverkauf im Jahre 2008 resultieren. Bayern LB Private Equity GmbH als Investor habe, wie bei Unternehmenskäufen üblich, einen Teil des Kaufpreises über die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), Stuttgart, fremd finanziert. Daraus resultierende Tilgungen und Zinsen hätten nach dem schwächeren Geschäftsjahr 2009 die finanziellen Möglichkeiten von RSA überstiegen.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Geschäftsleiter und Firmengründer Rainer Schmidt hatte noch im Oktober 2008 eine Verdoppelung des Umsatzes, der 2007 bei über 21 Millionen Euro gelegen hatte, innerhalb der nächsten vier Jahre prognostiziert. Kurz danach hatte er allerdings die Mehrheit seiner Geschäftsanteile veräußert, „um das Fortbestehen des Unternehmens zu sichern

„Im vergangenen Jahr brach der Umsatz um rund 35 Prozent ein. Damit liegen wir im Mittel des gesamten deutschen Maschinenbaus, und ohne die hohen Kapitaldienste hätten wir 2009 recht gut bewältigt. Doch aufgrund der fehlenden Unterstützung durch die Gesellschafter passte schlussendlich auch die LBBW Stuttgart. So ging der finanzielle Spielraum gegen Null“, erläutert Geschäftsführer Rainer Eschmann gestern Hintergründe der weiteren Entwicklung.

Seit November 2009 habe es Verhandlungen zwischen Banken, Gesellschaftern und RSA gegeben. Dabei habe die Unternehmensberatung Helbling Corporate Finance GmbH aus Düsseldorf zwei positive Fortführungsgutachten erstellt. Diese hätten zwar die Geschäftsbanken überzeugen können, das Unternehmen weiter zu begleiten, „leider jedoch nicht die Mehrheitsgesellschafter“.

Die Unternehmensführung, heißt es in der Pressemitteilung ergänzend, sehe weiter optimistisch in die Zukunft. Rainer Eschmann: „Die in den Jahren 2007 und 2008 eingeleiteten Maßnahmen zur Straffung von Organisation und Prozessen führten jeweils zu zweistelligen Steigerungen von Umsatz und Ergebnis. Mit den Restrukturierungsmaßnahmen in 2009 haben wir die Umsatzschwelle zur Erreichung eines positiven Geschäftsergebnisses deutlich abgesenkt. Der Aufbau eines weiteren Vertriebskanals für Standard-Entgrat-Maschinen und Hochleistungsbürsten intensiviert die Marktbearbeitung bereits mit Erfolg. Die Konjunkturerholung belebt nun auch spürbar die Investitionsbereitschaft in hochtechnologische Maschinen wie unsere Säge-Zentren.“ Eschmann beteiligte sich 2008 selbst an RSA und ist nach eigenen Angaben auch erneut zu einem finanziellen Engagement bereit.

Auf der Branchen-Leitmesse „Tube 2010“, die von Montag bis Freitag in Düsseldorf stattfindet, präsentiert RSA zwei neue Säge-Zentren, die laut Pressemitteilung aktuelle Marktbedürfnisse aufgreifen.“

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