Finanzamt rät zur Steuererklärung: „Nichts verschenken“

Geben Tipps und Hinweise zur Steuererklärung: Einkommensteuer-Hauptsachgebietsleiter Thomas Hahn (l.) und Hauptsachbearbeiter Matthias Gräve.

LÜDENSCHEID - Zu Beginn des Jahres versenden die Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigungen für das abgelaufene Jahr. Eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob die Abgabe einer Steuererklärung zu einer Steuererstattung führt, teilt das Finanzamt mit.

Neben dem ungeliebten „Formularkram“ bietet die Finanzverwaltung auch die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu erledigen: Die Steuererklärung wird am Computer erstellt und mit Hilfe von „Elster“ elektronisch ans Finanzamt übermittelt.

Dies kann mit „ElsterFormular“, dem kostenlosen Steuerprogramm der Finanzverwaltung, mit welchem die Vordrucke am Computer ausgefüllt werden, oder einem im Handel erhältlichen Steuerprogramm sowie direkt im Internet im „ElsterOnline“-Portal erfolgen.

Wer sich bei der Steuerverwaltung registriert, ermöglicht sich einen bequemen und papierlosen Zugang zu seinem Finanzamt. Die Steuererklärung wird authentifiziert, ohne nötigen Ausdruck und Unterschrift, an das Finanzamt gesendet. Weitere Informationen sowie das Programm „ElsterFormular“ stehen unter www.elster.de bereit.

„Wer bereits im Vorjahr eine Steuersoftware verwendet hat, kann in der Regel auf die gespeicherten Daten zurückgreifen und diese individuell übernehmen. Außerdem bietet eine elektronisch übersandte Steuererklärung die Möglichkeit, den Steuerbescheid zusätzlich auch elektronisch zu erhalten“, sagt Hahn.

Erstmals steht seit Anfang des Jahres die vorausgefüllte Steuererklärung als kostenloses Serviceangebot der Steuerverwaltung zur Verfügung. Um die Erstellung der Einkommensteuererklärung zu erleichtern, können über Elster viele der bei der Finanzverwaltung gespeicherten Daten eingesehen und abgerufen werden. Hierbei handelt es sich insbesondere um Daten, die durch Dritte (zum Beispiel Arbeitgeber, Versicherungen) an die Finanzverwaltung übermittelt werden. „Die vorausgefüllte Steuererklärung hat den Vorteil, dass Sie auch dem Finanzamt vorliegende Daten nicht mehr eingeben, sondern nur noch überprüfen und gegebenenfalls ergänzen müssen“, erläutert Hahn. „Vor der Nutzung ist jedoch eine Registrierung im ‘ElsterOnline’-Portal nötig!“

Allerdings stehen der Finanzverwaltung wegen gesetzlicher Übermittlungsfristen einige Daten gegebenenfalls erst ab dem 28. Februar zur Verfügung und sind auch erst dann über die vorausgefüllte Steuererklärung sichtbar.

Das Finanzamt Lüdenscheid hat einige Informationen zur Steuererklärung 2013 zusammengestellt. Vordrucke für die Steuererklärung, die wie in fast allen Bundesländern nicht mehr versendet werden, sowie zusätzliche Informationen rund um das Steuerrecht finden Interessierte auf den Internetseiten des Bundesministeriums der Finanzen (www.formulare-bfinv.de/) oder des Finanzamts (www.finanzamt-luedenscheid.de). Auch „ElsterFormular“ und „ElsterOnline“ bieten durch Hilfetexte zu den Eintragungsfeldern Unterstützung bei der Erstellung der Erklärung. Im folgenden einige wichtige Hinweise:

- Grundfreibetrag: 

Der Grundfreibetrag steigt von 8004 Euro im Jahr und pro Person auf 8130 Euro. Wer weniger verdient, muss keine Einkommensteuer zahlen.

- Veranlagung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern: 

Gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, sind einkommensteuerrechtlich wie Ehegatten zu behandeln. Ihnen steht nun wie Ehegatten die Zusammenveranlagung mit dem Splittingtarif zu.

Ehegatten und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können zwischen der Zusammenveranlagung und einer Einzelveranlagung wählen, die die bisherige getrennte Veranlagung ab dem Veranlagungszeitraum 2013 ablöst.

Zudem ist die mit Abgabe der Einkommensteuererklärung getroffene Wahl der Veranlagungsart ab 2013 nach Eintritt der Unanfechtbarkeit grundsätzlich verbindlich. Die besondere Veranlagung im Jahr der Heirat entfällt.

- Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale: 

Im Jahr 2013 können ehrenamtliche Helfer in Vereinen und Organisationen 220 Euro mehr Entschädigung erhalten, ohne dafür Steuern zu zahlen. Der Freibetrag steigt von bisher 500 Euro auf insgesamt 720 Euro im Jahr. Für Übungsleiter erhöht sich der Freibetrag um 300 Euro auf 2400 Euro im Jahr.

- Umzugskostenpauschale: 

Der Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen, der ohne Einzelnachweis der Aufwendungen für einen Umzug aus beruflichen Gründen angesetzt werden kann, steigt auf 687 Euro, ab August auf 695 Euro. Für Verheiratete gelten die doppelten Beträge. Die genannten Beträge erhöhen sich für jede weitere mitziehende Person mit Ausnahme des Ehegatten um 303 Euro, ab August um 306 Euro.

- Renten: 

Für Bürger, die 2013 Rentner geworden sind, beträgt der Besteuerungsanteil insbesondere für die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung 66 Prozent. Somit bleiben in 2013 34 Prozent der vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Beträgt die monatliche Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Alleinstehenden nicht mehr als 1236 Euro und liegen keine weiteren Einnahmen vor, fallen grundsätzlich keine Steuern an. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag.

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