Finanz-Not durch Corona

Immer mehr Immobilieneigentümer im MK setzen Raten aus

Finanz-Not durch Corona: Immer mehr Immobilieneigentümer im MK setzen Raten aus
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Finanz-Not durch Corona: Immer mehr Immobilieneigentümer im MK setzen Raten aus

Lüdenscheid – Die Sorgen um die Gesundheit sind in diesen Tagen eine Sache. Die Sorgen ums Geld eine ganz andere. Freiberufler, Selbstständige und Betriebe eint branchenübergreifend angesichts der Corona-Krise eines: die Angst um die Zukunft. Und auch immer mehr Immobilienbesitzer im Märkischen Kreis geraten in Finanz-Not.

Die Versprechungen von Bund und Land klingen vollmundig, doch die Antragswege sind für den Laien nicht immer einfach zu bewältigen. Hilfe suchen sich viele Betroffene bei ihren Hausbanken. Allein die Volksbank in Südwestfalen und die Sparkasse Lüdenscheid bearbeiteten in den ersten Tagen nach Bekanntwerden der Hilfen aus öffentlicher Hand mehr als 800 lokale Anfragen.

„Wir haben schon frühzeitig damit begonnen, durch personelle Umschichtungen im Haus dem zu erwartenden hohen Anfrageaufkommen gerecht zu werden“, sagte Volksbank-Vorstandssprecher Karl Michael Dommes schon zu Beginn der Corona-Krise und verspricht nach wie vor: „Wir helfen schnell und unbürokratisch, damit Liquiditätsengpässe erst gar nicht entstehen.“ Soll heißen: Die in Aussicht gestellten Kredite und Bürgschaften des Bundes, des Landes und der KfW können bei der Hausbank beantragt und vorfinanziert werden.

Genau so praktiziert es auch die Sparkasse Lüdenscheid. Auch hier wurden früh Kapazitäten in den Kreditabteilungen gebündelt und aufgestockt sowie die Prozessketten deutlich verschlankt. „Daneben haben wir den Korridor der Arbeitszeiten ausgeweitet“, erklärt Sparkassen-Sprecher Thomas Meermann das Ziel, auch in Stoßzeiten wie diesen Antragseingänge zeitnah bearbeiten zu können. „Beschleunigend ist es, wenn alle erforderlichen Unterlagen komplett eingereicht werden“, appelliert er an die Antragsteller. Denn: „Nach der Prüfung und Weiterleitung des Antrags gibt die KfW sehr kurzfristig die Zusage zum Antrag.“

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Die Anfragen bei der Sparkasse gingen von Beginn an von Unternehmen aus allen Branchen und in jeder Größe ein. Sehr viele Anfragen seien aus den direkt und sofort von den Corona-Schutzmaßnahmen betroffenen Bereichen wie Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie eingegangen, so Meermann weiter.

Hilfe für Privatkunden

„Von der Corona-Pandemie sind neben den Firmenkunden natürlich auch die Privatkunden der Volksbank gleichermaßen betroffen“, weiß Michael Dommes. Hier helfe man unter anderem mit Tilgungsaussetzungen von Verbraucher- und Baudarlehen. Dies schließe alle ein, die durch die Pandemie unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind und beziehe sich auf Raten für die Zeit von April bis Juni. Dommes: „Das KundenDialogCenter-Service der Volksbank verzeichnete in den letzten Tagen eine sehr hohe Anzahl an Anfragen.“ 

Die gehen von Privatleuten auch bei der Sparkasse ein: Mehr als 550 Darlehensraten in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro würden laut Meermanns bis zum 30. Juni ausgesetzt. Seit vergangener Woche könnten Sparkassen-Kunden diese Zahlungspause sogar selbst organisieren – online über ihr Sparkassen-Girokonto.

Filialen sind geöffnet

Auch wenn immer mehr Kunden bereits die Online-Angebote ihrer Bank oder Sparkasse nutzen – nach wie vor suchen viele den Weg in die Filiale, vor allem, um sich mit Bargeld zu versorgen. Die Geschäftsstellen und SB-Center von Volksbank und Sparkassen sind geöffnet, die Versorgung mit Bargeld ist gesichert. „Unsere Kunden verhalten sich sehr verantwortungsvoll“, lobt der Sparkassen-Sprecher. Die allermeisten hielten sich sehr diszipliniert an die Abstandsregeln, „auch in Situationen, in denen sich Warteschlangen gebildet haben“.

Zur Entlastung und ganz im Sinne der Ansteckungsprävention nutzen viel mehr Kunden als bisher die telefonischen Kundenservicecenter. Eine Steigerung der eingehenden Anrufe um 70 Prozent auf mehr als 19 000 Stück registrierte die Sparkasse im März – „und das bei einem gleichbleibenden Servicelevel von 80 Prozent“, richtet Meermann das Lob auch an seine Kollegen. Das bedeute: In 80 Prozent der Fälle musste kein Kunde länger als 20 Sekunden warten.

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