Finaler Ausverkauf bei Paulmann & Crone

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Viele Interessenten kamen für ein Schnäppchen in das Foyer der Schützenhalle Lüdenscheid.

LÜDENSCHEID ▪ Mit einer Auktion in der Lüdenscheider Schützenhalle ging am Dienstag die lange Firmengeschichte von Paulmann & Crone zuende.

Auktionator Max Manuel Lüders lockert sein Geschäft mit Scherzen auf: „Sie sind in geheimer Mission unterwegs!“, vermutet er angesichts der Bieternummer „007“. Auch die internationalen Adressen einiger Mitbieter interessieren angesichts des endgültigen Ausverkaufs des Traditionsunternehmens Paulmann & Crone. Ein Inder sitzt in der ersten Reihe, ein Tscheche greift von einer der hinteren Reihen zu. Bosnien und Slowenien sind weitere Ziele der ersteigerten Maschinen. „Da spielt die Musik!“, stichelt der Auktionator des Hamburger Unternehmens „Angermann, Bahrs & Lüders“. Und er hat Erfolg im gutgefüllten Foyer der Schützenhalle. „Viel zu teuer“, urteilt ein Mann mit Bieterkarte, der hörbar aus Schwaben kommt. Doch Lüders spricht professionell von „Schnäppchen“, und das sind viele der gut 130 Posten der Versteigerungsliste wohl auch.

Dicke Brocken: 65-Kubikmeter-Granulatsilos

Nach der Versteigerung vieler „Kleinteile“ in der vergangenen Woche ging es am Dienstag ans Eingemachte der Produktionsmittel des ehemaligen Automobilzulieferers: Werkzeug- und Spritzgießmaschinen sowie das Lagerzubehör der insolventen Firma standen auf der Liste: Bohr-, Fräs- und Schleifmaschinen, Montagetische, eine Teilewaschanlage aus der Lackierabteilung und zahlreiche Schränke aller Art. Dicke Brocken waren sechs Granulatsilos aus dem Betrieb Geseke mit je 65 Kubikmetern Fassungsvermögen, die ebenfalls weggingen. Nur wenige Stücke wurden gestern unter Vorbehalt verkauft, weil der Auktionator das Angebot für deutlich zu niedrig hielt. Für sie kann er sich befristet um ein besseres Angebot bemühen.

„Ergebnis etwas besser als erwartet“

Im Gespräch mit den LN zeigte sich Max Manuel Lüders zufrieden mit dem Ergebnis, das „etwas besser als erwartet“ ausgefallen sei. „Die Preise waren absolut intakt.“ Dies falle vor allem auf dem Hintergrund eines starken Einbruchs während der Wirtschaftskrise auf. Das Gesamtergebnis der Auktion bezifferte Lüders auf eine „mittlere sechsstellige Summe“.

Auftraggeber der Auktion waren zwei Leasinggesellschaften, in deren Eigentum sich die Maschinen befanden. Der Konkursverwalter von Paulmann & Crone habe darauf keinen Zugriff gehabt, erklärte Lüders. ▪ thk

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