Viele Änderungen

Filmpalast geschlossen - Zwei neue Kinosäle in Lüdenscheid

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Auf dem Weg zu den Kinosälen hat André Lubba eine Verkaufstheke errichten lassen, die die geschwungenen Formen des 50er-Jahre Kinos aufgreift.

Lüdenscheid - Bis einschließlich 16. Oktober ist der Filmpalast an der Werdohler Straße geschlossen. Das denkmalgeschützte Kino ist im Ausbau- und Sanierungsendspurt. Am Donnerstag, 17. Oktober, eröffnet das Kino wieder.

Eine einzelne Liege steht im neuen großen Saal. Fürs Kopfkino. Hier liegt André Lubba manchmal, wenn’s ruhig geworden ist nach der letzten Vorstellung nebenan. Dann lässt er die Gedanken wandern: wo er noch eine Raffinesse mehr verwirklichen, noch ein i-Tüpfelchen mehr setzen könnte, damit’s wirklich perfekt wird.

„Vieles kann man gar nicht berechnen, das entsteht vor Ort“, sagt er. Ein kreativer Bauprozess. Doch natürlich soll es nicht nur perfekt werden, sondern auch fertig. Daher wartet er dringend auf den Wandbespanner, denn erst wenn der sein Werk vollendet hat, kann’s Schlag auf Schlag weitergehen.

Zehn Monate nach der Grundsteinlegung soll nun alles fertig sein. Seitdem wurde nicht nur der Neubau mit Platz für zwei Kinos, klein und groß, errichtet, auch Parkplätze und ein – rollstuhlgerechter – Weg zum Eingang sind im laufenden Betrieb entstanden.

Wie viele Sitzplätze er durch den Anbau gewinnt, weiß er nicht. Platzmaximierung sei nicht das Ziel gewesen, sondern etwas Besonderes zu schaffen, etwas Einzigartiges. Dazu gehört, Vorhandenes behutsam zu verbessern.

Im denkmalgeschützten Foyer und Eingangsbereich empfängt die Kino-Gäste jetzt elegantes Grau und reduzierte Wandgestaltung, wodurch die alten Kassen- und Süßwarenverkauf-Einbauten wieder stärker hervorstechen. Die geschwungenen Formen im Foyer ziehen sich als Gestaltungselement durchs ganze Haus. Sie prägen die neuen Kinosäle mit ihren flauschigen Teppichböden, abgestuften Sitzreihen, Liegen-Nischen und Logenbalkon. Die Decken sind geschwungen abgesetzt, betont durch Lichtbänder.

Auch bei der neuen Verkaufstheke im Zwischengang zum Neubau spielen Licht und organische Formen eine besondere Rolle. So wird das Lichtspieltheater im 21. Jahrhundert neu definiert. „Das ist schon Wahnsinn. Das hat keiner“, schwärmt André Lubba, der sich seine Kino-Träume auch dank der Filmförderungsanstalt verwirklichen kann.

Die großen Leinwände sind abrufbereit, die Laser-Projektoren sind da, aufgestellt in passenden Gehäusen mit gläserner Ecke. So fällt Licht nach außen und manch’ neugieriger Blick nach innen. Die Projektoren – „mit das Beste, was wir holen konnten“ – garantieren helles, gleichmäßiges Licht: „Bei den anderen altern die Lampen mit der Zeit, hier haben wir gleichbleibende Qualität.“

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