Film, Flohmarkt und Clownerie

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Mit ihrer verzweifelten Suche nach dem perfekten Outfit sorgte „Molly“ (Petra Heise) für beste Unterhaltung.

LÜDENSCHEID - Frischgebackene Clowns der Tanz-, Clown- und Theaterschule Hannover, Zauberer Timothy und Clownin „Dodo“, sorgten beim Frühlingsfest der Kulturwerkstatt „Alte Schule“ für ein abwechslungsreiches Programm mit viel Spaß für Jung und Alt.

Das Programm hätte insgesamt allerdings mehr Besucher verdient. Nach dem Auftakt am Freitagabend mit dem Film „Augenschmaus und Ohrenweide“, der einen Querschnitt durch zehn Jahre Theaterarbeit im Johannes-Busch-Haus zeigte, gab es am Samstag ab mittags beste Unterhaltung.

„Glühwürmchen Kerzenwerkstatt“

So konnten die Kinder bei der „Glühwürmchen Kerzenwerkstatt“ selbst Kerzen ziehen, der Flohmarkt lud zum Stöbern ein und mit Waffeln, Würstchen und Salat war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Am Nachmittag lockte das feinsinnige Clowntheater für Kinder „Dodo und die Erbse“ mit Diana Drechsler. Spontan war Drechsler für „Möhre und Wilhelmine“ eingesprungen und innerhalb weniger Stunden aus Krefeld angereist. Mit ihrem Solostück entführte sie die Kinder in eine tragisch-komische Welt, in der nichts so klappt, wie es soll. Dabei wollte „Dodo“ einfach nur einmal Prinzessin sein. Doch beim „Erbsentest“, angelehnt an das Märchen von Christian Andersen „Die Prinzessin auf der Erbse“, wird „Dodo“ nicht zur Prinzessin, sondern eben zu einer Erbse. Sie ist unendlich traurig darüber und resümiert, dass sie doch so, wie sie ist, nämlich „Dodo“, genau richtig ist, und gar keine Prinzessin zu sein braucht.

„Virtuosität des Unperfekten“

Am Abend gab es mit der „Virtuosität des Unperfekten“ eine sehr sehenswerte Schau. Anmoderiert von Thomas Wewers, Leiter der Integrativen Theaterarbeit, zeigte dieser einen Rap, in dem er über seine fehlende Musikalität trauerte. Spontane Improvisation und erheiternde, geplanten Nummern wechselten sich ab. Dabei zeigten die Clowns „Pepe“, alias Detlev Hein und „Willi“ (Michael Netzhammer), auf wie viele verschiedene Weisen man Platz nehmen kann. Wie setzt man sich auf einen Stuhl, wenn man traurig, betrunken, verliebt oder verzweifelt ist? Unter viel Beifall entwarfen sie immer neue, urkomische Szenen, mit denen sie die Zuschauer bestens unterhielten.

Verblüffende Zaubertricks von Timothy

Für Verblüffung sorgte der Lüdenscheider Schüler Timothy mit seinen Zaubertricks. Ein magischer Würfel, der sich von selbst farblich zu sortieren schien, ein Band, das sich durch Pusten entwirrt und ein Herz-As, das Timothy aus einem Stapel Karten untrüglich aufzuspüren vermochte, waren nur einige seiner Tricks.

„Molly“ (Petra Heise) machte sich in ihrem beseelten Stück ausgehfein auf der immer währenden Suche nach dem perfekten Outfit. Und Anne Beinlich, Gitta Böttcher und Andreas Götte zeigten aus ihrem Stück „Handicap“ einzelne, erheiternde Szenen. Dabei bewies der Abend, dass es für eine gelungene Show eben nicht Perfektion braucht, sondern Einfallsreichtum, Kreativität und Schauspieltalent. Und dies hatten alle Akteure reichlich mitgebracht. - maya

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