Weco-Sprecher: "Gesamtmenge an Feinstaub ist deutlich geringer."

Feuerwerk-Verkauf bei Lidl, Obi, Edeka, Rewe, Aldi: Der Kunde entscheidet

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Lüdenscheid - Den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu begleiten, ist für viele ein Brauch und damit unverzichtbar. Das scheint sich in der Bergstadt trotz Klimadiskussion nicht geändert zu haben. Sowohl Discounter, Supermärkte als auch Baumärkte verkaufen in Lüdenscheid ab Samstag, 28. Dezember, Feuerwerkskörper.

„Ich glaube eher, dass die Kunden sauer wären, wenn wir keine Feuerwerkskörper verkaufen würden. Die Nachfrage bei uns ist sehr groß, 90 Prozent der Kunden können nicht darauf verzichten“, sagt zum Beispiel Edeka-Filialleiter Krystian Frankowski. Und auch Aldi, Lidl, Rewe und Hit erklären, dass man sich an den Kundenwünschen und Bedürfnissen orientiere, was den Verkauf von Raketen und Böllern angehe.

„Auf dieser Basis prüfen wir nicht zuletzt auch, welche Rückschlüsse wir für die Ausrichtung unseres Sortiments ziehen können“, erklärt Christian Salmen, Pressesprecher von Aldi-Nord. Vom 28. bis zum 31. Dezember werden in den Filialen unterschiedlichste Feuerwerks-Arrangements angeboten, heißt es.

„Lidl bietet in allen 3200 Filialen ab dem 28. Dezember ein Aktionsangebot an Feuerwerksartikeln, das unter anderem Batterie- und Tischfeuerwerke, Raketensortimente und Wunderkerzen umfasst“, teilt Pressesprecherin Sonja Kling mit. Zudem können Kunden seit dem 9. Dezember bis zum 26. Dezember über die Internetseite des Unternehmens Feuerwerksartikel aus einem Zusatzsortiment reservieren und ab dem 30. Dezember in der ausgewählten Filiale abholen.

Der Obi-Markt in Lüdenscheid überlässt ebenfalls den Kunden die Entscheidung Böller zu kaufen. „In den letzten Jahren war die Nachfrage nicht so groß. Aber ein bisschen etwas haben wir da, für die Kunden, die ein Silvesterfeuerwerk haben wollen“, heißt es von Obi.

Die Rewe-Gruppe, zu der neben den Rewe-Märkten auch Penny und Toom gehören, stellt hingegen nicht nur den Kunden frei, ob sie Feuerwerksartikel kaufen möchten, sondern auch den selbstständigen Rewe-Kaufleuten, ob sie in ihren Supermärkten Silvesterfeuerwerk verkaufen möchten. „Die Rewe-Märkte in Lüdenscheid werden nach unseren Informationen Silvesterartikel anbieten“, teilt Pressesprecher Thomas Bonrath mit. Er erklärt zudem, dass Experten damit rechnen, dass die Nachfrage nach Feuerwerksartikeln in diesem Jahr auf einem ebenso hohen Niveau sein werde wie im Vorjahr.

Und im kommenden Jahr? Verschiebt sich die Debatte, auf das Silvester-Feuerwerk zugunsten der Umwelt zu verzichten, einfach nur um ein Jahr? Sowohl Aldi als auch Lidl teilen mit, dass sie für Aktionen und Sortimentsplanungen für 2020 noch keine Aussagen treffen können. Jan Derckum, Einkäufer für den Hit-Markt in Lüdenscheid, erklärt hingegen: „Auch für nächstes Jahr ist der Böllerverlauf noch geplant.“ Und auch Edeka-Filialleiter Krystian Frankowski glaubt, dass es noch einige Jahre dauert, bis die Debatte in den Märkten ankommt.

Weco-Sprecher Oliver Gerstmeier: „Gesamtmenge an Feinstaub ist deutlich geringer“

Oliver Gerstmeier, Pressesprecher der Weco Feuerwerk GmbH erklärt: „Die Gesamtmenge an Feinstaub liegt deutlich unter der Zahl, die vom Umweltbundesamt (UBA) kommuniziert wird. Der Verband Pyrotechnische Industrie hat eine Studie in Auftrag gegeben, um eine sachliche Klarstellung zu erreichen. Diese einjährige Studie befindet sich noch in der Auswertung und soll Ende Januar veröffentlicht werden.“ 

Daher könne auch noch keine Zahl genannt werden. „Man befindet sich zwar in den allerletzten Zügen der Auswertung, ein testiertes Ergebnis liegt heute aber noch nicht vor. Dennoch können wir anhand der aktuell vorliegenden, internen Vorab-Ergebnisse an unserer Aussage festhalten, dass der Anteil deutlich geringer ist“, sagt Oliver Gerstmeier. 

Der Verband wirft dem UBA vor, dass die Feinstaubmenge nicht unter realen Bedingungen gemessen wurde, sondern nur eine Rechnung aufgestellt wurde mit der Ausgangsbasis der Gesamt-Brutto-Tonnage an Feuerwerken eines Jahres. Abgesehen davon sei der Feinstaub nicht klimarelevant, führt Oliver Gerstmeier weiter an. „Nur der Luftreinhaltegehalt wird durch Feinstaub beeinträchtigt. Für den Klimaschutz relevant ist jedoch der Anteil an CO2, der ausgestoßen wird“, sagt er. In Deutschland würden 800 bis 900 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen und der Anteil, der durch Feuerwerke beigetragen würde, mache ein Millionstel davon aus. 

Nachhaltigkeit ist übrigens auch bei der Firma Weco Thema. „Umweltrelevante Maßnahmen sind für uns eine Herausforderung, haben aber eine große Bedeutung. Der Großteil unserer Produkte besteht zum Beispiel aus Altpapier. Ausnahmen sind pyrotechnische Sätze, die neben dem Hauptbestandteil Schwarzpulver die Farben und Effekte ausmachen“, sagt Oliver Gerstmeier. 

Darüber hinaus werden einzelne Bauteile aus Sicherheitsgründen noch aus Kunststoff gefertigt. „Seit einigen Jahren sind wir aber daran, mit umweltschonenden Mitteln zu arbeiten und diese Bestandteile durch biologisch abbaubare Stoffe zu ersetzen. Hinter jedem Produkt steckt allerdings eine Zulassung, damit wir es auf den Markt bringen dürfen“, erklärt er.

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