Feuerwehrmann Konings: Retten und studieren

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René Konings (M.) erzählte Bürgermeister Dieter Dzewas und Wolfgang Löhn (l.) von seinem Praktikum in Den Helder.

Lüdenscheid - Seit 2001 ist René Konings beim abwehrenden Brandschutz, der technischen Hilfeleistung und dem Rettungsdienst der Lüdenscheider Feuerwehr tätig. Berufsbegleitend absolviert der 34-jährige ein Studium an der privaten Mathias Hochschule in Rheine.

Zurzeit steht er kurz vor dem Abschluss des 3. Semesters, sechs muss er absolvieren, um den Abschluss als „Pre-Hospital-Manager“ zu absolvieren. „Ich mache das, um auch mal aus dem eigenen Saft, in dem man so schmort, herauszukommen“, sagt er. Außerdem ist zum 1. Januar dieses Jahres das neue Notfallsanitäter-Gesetz in Kraft getreten, das die Qualität des Rettungsdienstes erhöhen soll und auch akademische Voraussetzungen einfordert. Damit einher geht eine Veränderung des Berufsbildes vom Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter. Dafür möchte René Konings gerüstet sein und hat daher den neuen Studiengang an der Mathias Hochschule begonnen. In der Beschreibung heißt es:

„Der akkreditierte Studiengang Pre-Hospital Management/Präklinisches Management, B.Sc. eröffnet mit seinem einzigartigen Qualifikationsspektrum neue Perspektiven in der Notfallversorgung und der Notwendigkeit der akademischen Qualifizierung des rettungsdienstlichen Personals. Der Bachelor-Studiengang Pre-Hospital Management (PHM) richtet sich an Rettungsassistentinnen und –assistenten, die einen akademischen Berufsweg einschlagen möchten, ohne den Bereich Rettungsdienst verlassen zu müssen. Mit dem Studiengang Pre-Hospital Management werden Kompetenzen vermittelt, die für Leitungs- und Führungsaufgaben im Rettungsdienst erforderlich sind.“

Dazu gehört auch der Blick über den Tellerrand, und so absolvierte der Lehrrettungsassistent vom 9. Februar bis zum 7. März in Lüdenscheids Partnerstadt Den Helder ein vierwöchiges Auslandspraktikum. Wolfgang Löhn vom Rat- und Bürgermeisteramt und Koordinator der Städtepartnerschaft, hatte keine Mühe, die entsprechenden Kontakte herzustellen. „Das war der schnellste und einfachste Weg“, sagt Löhn, und Bürgermeister Dieter Dzewas betont: „Es ist wichtig, voneinander zu lernen. Das gilt nicht nur für den öffentlichen Dienst, sondern auch für die Industrie.“

René Konings erlebte in seinem Praktikum eine identische Ausstattung der niederländischen Kollegen, ein ähnliches Arbeitsaufkommen, aber eine andere Organisation. Da Feuerwehr und Rettungsdienst in den Niederlanden strikt getrennt sind, gelten dort umfassendere Standards im Rettungsdienst, der ohne Notarzt zu den Einsätzen fährt. Daher dauert die Qualifizierung der Rettungssanitäter dort länger – eine dreieinhalbjährige Ausbildung als Krankenpfleger ist Voraussetzung, worauf dann noch eine sieben- bis neunmonatige Ausbildung im Rettungsdienst folgt. „Das neue Berufsbild Notfall-Sanitäter erfordert eine höhere Qualität“, ist der gebürtige Belgier sicher. Sein Vater war als Soldat in Lüdenscheid stationiert. „Ich war der fließend flämisch sprechende Deutsche in Den Helder“, sagt er und lacht.

Die Zusammenlegung von feuerwehr-technischem Dienst und Rettungsdienst, wie es in Deutschland der Fall sei, bedeute ein zu großes und umfangreiches Aufgabenfeld und müsse in Teilen getrennt werden, glaubt der 34-Jährige. Jedenfalls ist er gut vorbereitet auf die neuen Entwicklungen, wenn er sein berufsbegleitendes Studium, das rund 12 000 Euro kostet, erfolgreich abschließt. „Den Arbeitsaufwand habe ich anfangs unterschätzt“, sagt er. „Ich muss abends nach dem Dienst doch noch ganz schön pauken.“

Erinnern wird er sich dann aber immer gerne an seinen Aufenthalt in Den Helder. Denn nach getaner Arbeit hatte er aus einem Appartement in Julianadorp aan Zee einen herrlichen Seeblick. „Das ist eine phantastisch schöne Region“, schwärmt er.

Von Martin Messy

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