Brände von Lithium-Ionen-Akkus

Wenn ein E-Auto brennt, wird es gefährlich: So geht die Feuerwehr Lüdenscheid vor

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Bei einem Einsatz in Dortmund versenkte die Feuerwehr ein E-Auto in ein mitgebrachtes Wasserbecken.

Lüdenscheid - Die langsam steigende Zahl bei den Zulassungen für E-Autos hat eine Debatte über die Gefahren ausgelöst, die von brennenden Lithium-Ionen-Akkus ausgehen können.

Während Feuerwehren in Land und Bund vereinzelt Wassertanks anschaffen, in die sie brennende Batterien oder gleich ganze E-Autos versenken wollen, bleibt der Lüdenscheider Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber gelassen. 

„Aufgrund unserer taktischen Ausbildung“, erklärt Weber, „können wir auch diesen Gefahren begegnen“. Besondere Vorkehrungen oder gar die aufwendige Nachrüstung der Löschzüge mit Wasserbecken ist demnach auf der Feuer- und Rettungswache am Dukatenweg kein Thema. 

„Wir wissen, dass es wichtig ist, die chemischen Prozesse in einer Batterie zu kennen und dass eine gründliche Kühlung das Mittel der Wahl ist, damit sich eine gelöschte Lithium-Batterie nicht erneut entzündet.“ Das ist aber nach Webers Worten „ähnlich wie bei einem mit Acetylen-Flaschen beladenen Lastwagen“ und im weitesten Sinne auch mit Akkus in Smartphones. 

Der Brand eines E-Autos stellt für die Feuerwehr offenbar keine größere Gefahr dar als der eines gas- oder herkömmlichen kraftstoffbetriebenen Autos. Jörg Weber: „Einsatztaktisch ist das alles dasselbe." 

Das deckt sich mit der Aussage des Vizepräsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Knorr. Der sagte in der vergangenen Woche: „E-Autos brennen weder heftiger noch häufiger als Benziner oder Diesel, nur anders.“ 

Auch im Hinblick auf die Nutzung von Tiefgaragen oder Parkhäusern sind E-Autos nach aktueller Einschätzung offenbar nicht gefährlicher als Fahrzeuge mit anderen Antrieben. Jörg Weber: „Der Bau und die Nutzung von Ladestationen, etwa im Parkhaus des Rathauses, sind von der Landesbauordnung abgedeckt und stellen keine genehmigungspflichtige Anlage dar.“ 

Ohnehin ist die Zulassungsrate von E-Autos beim Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises immer noch recht überschaubar. Wie die Pressereferentin der Kreisverwaltung, Ulla Erkens, mitteilt, waren mit Stichtag 30. November im Kreis insgesamt 252 651 Pkw zugelassen, davon 386 reine E-Autos und 2353 Wagen mit Hybrid-Antrieb. 

In Lüdenscheid gab es zu diesem Zeitpunkt 41 500 Personenwagen. Darunter gab es nach Angaben aus dem Kreishaus nur 73 reine elektrobetriebene Personenwagen und 460 Hybrid-Fahrzeuge.

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