Feuerwehr: Kritik am Bedarfsplan

Lüdenscheid - Mit der Forderung nach einem Neubau der Hauptwache und zehn statt neun hauptamtlichen Einsatzkräften bei Brandalarmen reagiert der städtische Personalrat auf den aktuellen Entwurf zum Brandschutz-Bedarfsplan der Feuerwehr Lüdenscheid. Der Entwurf soll am Mittwoch Thema im städtischen Bauausschuss sein.

Der Personalrats-Vorsitzende Josef Filippek sowie die stellvertretenden Personalratsmitglieder Frank Butschkat und Gunnar Kolbe erklärten, was aus ihrer Sicht in den Bedarfsplan für die kommenden zehn Jahre gehören würde: „Es ist heute schon so, dass wir am Dukatenweg nicht zeitgleich alle Fahrzeuge besetzen können, weil sie in der Halle schlicht zu nahe aneinander stehen müssen.“ Die bedeute unnötige Zeitverluste ausgerechnet da, wo jede Sekunde zähle. Wenn man in den vergangenen Jahren dennoch zu 81 Prozent das Schutzziel erreicht habe, binnen acht Minuten mit neun Kräften am Einsatzort zu sein, dann sei dies nur unter den Bedingungen geschehen, die zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatten: „Gesetzeswidrige Überstunden, die ausbezahlt werden mussten, und freiwillige Teilnahmen an den Einsätzen“, erläuterten die Personalräte.

Die jetzt 60 Jahre alte Wache am Dukatenweg sei schlicht ausgereizt. So stehe der dritte Rettungswagen für die Krankenfahrten im Tagdienst von 8 bis 18 Uhr bereits aus Platzmangel in der Waschhalle. Auch für die zunehmende Zahl weiblicher Einsatzkräfte seien keine geeigneten Räume vorhanden. Erst kürzlich habe ein Besuch aller Verantwortlichen mit dem Ziel, die gegebenen Verhältnisse zu optimieren, keine Lösung gebracht.

Für einen Erreichungsgrad von 81 Prozent beim ersten Schutzziel geben die Personalräte nur die Schulnote 4 – 90 Prozent und mehr müssten es idealerweise sein. Zudem stamme die Zahl im Bericht aus 2011. Für das vergangene Jahr werde darin gar keine Zahl genannt.

Auch stehe nicht im Bedarfsplan, dass es in Lüdenscheid einen eklatanten Mangel an Ehrenamtlichen gebe. All denen, die heute diesen Dienst am Nächsten verrichten, könne man nur dankbar sein. Dennoch hätte nach Ansicht der Personalräte in die Vorlage gehört, dass man statt der heute gut 170 ehrenamtlichen Wehrleute mehr als 300 bräuchte, um das Schutzziel 2 erfüllen zu können. Es sieht, wie berichtet, mindestens fünf weitere Kräfte 13 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort vor, um etwa die Wasserversorgung sicherzustellen.

Der Erreichungsgrad von unter 50 Prozent sei hier „schlecht“. Und weil sich die Lage bei den Ehrenamtlichen angesichts der demografischen Entwicklung mutmaßlich nicht mehr entscheidend verbessern werde, sei eine zehnte hauptamtliche Kraft dringend geboten. Die Arbeitnehmervertreter erinnerten daran, dass sich schon vor Jahren mehrere Ratsfraktionen vergeblich dafür ausgesprochen hatten.

Sollte es die neue Wache an einem stadtzentralen Standort geben, dann könnten die Hauptamtlichen und der Löschzug 1 Stadtmitte gemeinsam darin untergebracht werden. Dies würde bedeuten, dass gerade im Tagdienst, wenn viele freiwillige Kameraden beruflich verhindert seien, die personellen Probleme lösen, da deren Fahrzeuge dann von hauptamtlichen Kräften eingesetzt werden könnten.

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