Feuerwehr: Ehrenamt bleibt eine „Herausforderung“

Spätestens acht Minuten nach dem Alarm soll die Feuerwehr Lüdenscheid auch künftig am Einsatzort sein.

LÜDENSCHEID ▪ Mit neun Kräften acht Minuten nach dem Alarm am Einsatzort zu sein und dieses Ziel in 80 Prozent aller Alarmfälle zu erreichen, ist für die Feuerwehr Lüdenscheid heute das Maß aller Dinge. Das soll auch so bleiben. So steht es zumindest im Entwurf der Fortschreibung des Brandschutz-Bedarfsplanes aus 2006.

Über ihn diskutiert der zuständige Bauausschuss am Mittwoch, 29. Mai, ab 17 Uhr öffentlich im Schulungsraum der Feuer- und Rettungswache.

Das Acht-Minuten-Ziel wird laut Entwurf in Lüdenscheid erreicht – allerdings auch um den Preis, dass andere Aufgaben nicht mehr von Kräften der Hauptwache erledigt werden können. So sei die Personalbesetzung im Krankentransport europaweit ausgeschrieben worden. Angemahnt wird zudem eine „Flächensicherung“, um auf lange Sicht einen Neubau der Feuer- und Rettungswache zu gewährleisten.

Als „Herausforderung“ bezeichnet der Planentwurf die zweite Hilfsfrist, wonach weitere sechs Einsatzkräfte nach spätestens 13 Minuten am Brand- oder Unfallort sein sollen. Dies wurde 2011 nur in knapp der Hälfte aller Fälle erreicht (45,8 Prozent). Der Bericht führt dies auch darauf zurück, dass hier ehrenamtliche Kräfte beteiligt sind.

Sie müssten meist von Wohnort oder Arbeitsplatz aus anrücken, wenn sie nicht im Urlaub oder auf Lehrgang sind. Ferner hänge ihre Verwendbarkeit im Einsatz auch von der Atemschutztauglichkeit oder ihrem Ausbildungsgrad ab. Zu beobachten sei auch ein wachsender Unmut bei Arbeitgebern über die Ausfallzeiten der Wehrleute in den Betrieben: „Viele Angehörige der Feuerwehr vermeiden es daher, während der Arbeitszeit bei Alarmierungen die Arbeitsstätte zu verlassen.“

Um den Erfüllungsgrad der zweiten Frist zu verbessern, gelte es „durch neue Ideen Gedanken zum Fortbestand des Ehrenamtes umzusetzen“, heißt es im Bericht. So könnten etwa Wohnungen im Umfeld der Gerätehäuser geschaffen werden, „um die Eintreffzeiten weiter zu reduzieren“.

Immerhin sei es gelungen, die Zahl der ehrenamtlichen Wehrleute seit 2006 von 131 auf heute 171 zu steigern. Zugleich würden sie nur noch bei bestätigten Feuern oder zu besonders gefährdeten Objekten gerufen, wenn eine Meldeanlage Alarm schlägt. Dennoch liege man mit 171 Ehrenamtlichen unter dem Landesschnitt.

Während die Kinder- und die Jugendfeuerwehr Zulauf haben, bleibe das Gewinnen ehrenamtlicher Führungskräfte ein großes Problem: Viele Kandidaten übten auch im Beruf Führungsfunktionen aus und seien daher nicht verfügbar.

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