"Id-Al-Fitr" unter freiem Himmel

Festgebet im MK: Islamische Gemeinde betet in Corona-Zeiten an einem außergewöhnlichen Ort

Fehlende Gebetsräume für Muslime
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Fehlende Gebetsräume für Muslime

Die Coronakrise stellt muslimische Mitbürger vor besondere Herausforderungen. Am Sonntag startet das Ramadanfest zum Ende des Fastenmonats mit dem traditionellen Festgebet. Das kann nicht in der gewohnten Weise stattfinden. Der Verein Marokkanische Moschee für Moslems in MK e.V. hat eine ungewöhnliche Lösung gefunden.

Märkischer Kreis - Das gemeinsame Festgebet der islamischen Gemeinde im Märkischen Kreis kann unter freiem Himmel stattfinden. Die Stadt Lüdenscheid hat es kurzfristig ermöglicht, dazu das Nattenberg-Stadion zu nutzen. Obgleich die Wahrung der Abstandsregeln auch hier keine ganz großen Menschenmengen zulässt, können am Sonntag immerhin 400 gläubige Muslime an der Zeremonie teilhaben. 

Selbst das geht nur, in dem diese wiederholt wird, denn die Platzverhältnisse erlauben maximal 200 Teilnehmer gleichzeitig. Diese teilen sich noch auf: Die Männer beten im Stadion, die Frauen hingegen auf dem benachbarten Fußballplatz.

Festgebet im MK: Muslime beten in Nattenberg-Stadion

Die erste Gruppe wird ab 7.15 Uhr eingelassen, zwischen 8.00 Uhr und 8.45 Uhr werden für sie Predigt und Gebet abgehalten. Danach muss das Sportgelände zügig geräumt werden, denn bereits um 9.00 Uhr darf die zweite Gruppe das Stadion betreten. Für sie beginnt der Festakt um 9.30 Uhr und endet entsprechend um 10.15 Uhr.

Der Veranstalter weist ausdrücklich auf die strikte Einhaltung der Corona-Regeln hin. So seien Händeschütteln oder gar Umarmungen tabu, ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Ein Abstand von 1,5 bis 2 Metern zwischen den Teilnehmern muss gewährleistet werden. Ein eigener Gebetsteppich muss mitgebracht werden. Das Mitführen von Taschen oder Rucksäcke ist nicht gestattet. Einlass wird nur gewährt, wenn der Erfassung von Name, Anschrift und Telefonnummer zugestimmt wird. Diese würden von einem Security-Team aufgenommen und für die Dauer von vier Wochen gespeichert.

Festgebet im Stadion: Moschee-Gemeinde spricht Dank aus

Dies alles kurzfristig zu organisieren, ist für den Veranstalter durchaus ein Kraftakt. Nicht nur die Unterstützung der Stadt Lüdenscheid war dafür notwendig, auch zwei Sportvereine müssen zwischenzeitlich auf ihren Trainingsbetrieb verzichten: Rot-Weiss Lüdenscheid (RWL) und der S.V. Hellas Lüdenscheid. Die Moschee-Gemeinde richtet ihren Dank daher ausdrücklich an das RWL-Vorstandsmitglied Michael Dregger sowie die Organisatoren Dierk Gelhausen und Monika Gerlach.

Nun bleibt zu hoffen, dass das diesjährige "Id-Al-Fitr", so der arabische Name für das muslimische Fest, von gutem Wetter begleitet wird. Sicher bedeuteten die strengen, aber leider notwendigen Sicherheitsvorkehrungen Entbehrungen für die Gläubigen, doch unter freiem Himmel wird es zweifelsohne ein ganz besonderes Erlebnis werden.

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