Lebendige Partnerschaft mit Myslenice

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Vier Schulen in Lüdenscheid und Myslenice erfüllen die deutsch-polnische Partnerschaft seit vielen Jahren mit Leben. Gestern wurde da Jubiläum mit einem Festakt begangen.

Lüdenscheid - Mit einem Festakt im Ratssaal haben am Freitag die Stadt Lüdenscheid und das polnische Myslenice das 25-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft begangen.

In Grußworten der Bürgermeister Maciej Ostrowski und Dieter Dzewas wie auch des polnischen Generalkonsuls Jan Sobczak ging es um die grundsätzliche Bedeutung der Partnerschaft im Zusammenhang mit der europäischen Integration. Getragen wird sie durch die Verbindung von vier Schulen, je zwei auf deutscher und auf polnischer Seite.

Sowohl die Adolf-Reichwein-Gesamtschule wie auch das Gertrud-Bäumer-Berufskolleg hatten ihren jährlichen Besuch aus Polen eigens auf den Termin zum Stadtfest-Wochenende gelegt, um Lüdenscheid von seiner internationalen und positiven Seite zu zeigen und zugleich einen würdigen Rahmen für den Festakt zu schaffen.

Federführend seit vielen Jahren für den Austausch zwischen Gesamtschule und der ZSTE-Schule in Myslenice zeichnet dabei in der Nachfolge von Gerd Obernolte inzwischen Hans-Joachim Kamper. Seit 20 Jahren besteht diese Partnerschaft, seit 18 Jahren organisiert Kamper zweimal jährlich den Austausch. Für seine Verdienste wurde er im Rahmen des Empfangs mit der Ehrennadel der Stadt Lüdenscheid ausgezeichnet. Er nehme die Ehrung stellvertretend für mehrere engagierte Kollegen entgegen, die sich um die Kooperation bemühen, machte Kamper in seiner kurzen Danksagung deutlich und wies auch auf die Rollen von Sparkasse und Stadtwerken als Geldgeber für den Austausch hin.

Sie seien „die Generation, die schon bald über die Zukunft dieses Kontinents entscheidet“, sprach der Generalkonsul die Jugendlichen direkt an. Der Austausch sei wichtig, „weil Völkerverständigung sich nicht vertraglich festlegen lässt“. 600 kommunale Partnerschaften in Deutschland mit Städten in Polen bildeten einen „Mikrokosmos der Völkerverständigung“, analysierte Sobczak. Europa in seiner jetzigen Form gebe es ohne das deutsch-polnische Zusammenwirken nicht.

Gesondert begrüßt und mit Applaus bedacht wurden gestern Anna und Bernhard Feige als Mitglieder der Landsmannschaft der Schlesier. Bereits zu Beginn der Partnerschaft mit Myslenice hatte der damalige Bürgermeister Jürgen Dietrich deutlich gemacht, dass sich die Stadt auch weiter zur Patenschaft mit Stadt und Kreis Glatz aus dem Jahr 1952 bekenne. Und so sind bis heute auch die Vertriebenen Bestandteil des europäischen Gedankens. - flo

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