Festakt zum 60. Geburtstag des Stadtfrauenverbandes

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Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung ins Bürgerforum des Rathauses gefolgt.

Lüdenscheid - Als der Lüdenscheider Stadtfrauenverband – damals noch als Ortsverband des Deutschen Hausfrauenbundes – 1955 gegründet wurde, war die Welt der Frauen noch eine ganz andere. Daran, wie sich Haushalt und gesellschaftliche Rolle der Frau in den vergangenen sechs Jahrzehnten verändert haben, erinnerten die Redner beim Festakt anlässlich des 60. Geburtstags des Verbandes am Sonntag im Bürgerforum des Rathauses.

Daneben würdigte nicht nur die Vorsitzende Anita Stahl, wie es der Verband, sein jeweiliger Vorstand und die fast ausschließlich weiblichen Mitglieder geschafft haben, sich stets an den Strömungen der Zeit und den Bedürfnissen der Lüdenscheider Frauen zu orientieren, um als Verein für diese attraktiv zu bleiben.

„Es ist schön, immer diese Resonanz auf die Angebote zu haben“, sagte Anita Stahl zu ihrer Aufgabe heute. Auch der Festakt lockte annähernd 200 Gäste ins Bürgerforum. Es mache Spaß, immer neue Ideen zu entwickeln, wenn diese von so vielen Frauen so gut angenommen würden. Zuvor hatte sie einen Einblick in die Verbandsgeschichte und die Entwicklungen unter den jeweiligen Vorsitzenden gegeben.

Wie beliebt allein die Monatsversammlungen mit ihren Vorträgen zu unterschiedlichen Themen sind, weiß auch Markus Hacke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lüdenscheid, in deren Räumen sich die Stadtfrauen seit 28 Jahren alle zwei Monate treffen: Mehr als 100 Frauen seien fast immer in der Cafeteria des Hauses dabei.

„Das sind in 28 Jahren über 4000 Liter Kaffee und 20.000 Stück Kuchen“, rechnete Hacke vor und betonte, dass es bei den Treffen nicht nur ums Kaffeetrinken gehe. Als Beispiele nannte er die Veranstaltungen mit Referenten zu unterschiedlichen Themen, zu denen die Sparkasse die Stadtfrauen einmal im Jahr einlädt. So erinnerte er an Vorträge von Henning Scherf oder Michael Lesch, aber auch verschiedene Lesungen.

Bürgermeister Dieter Dzewas sagte, er selbst könne sich noch ein bisschen daran erinnern wie es war, in den 1950er Jahren mit einer Familie in drei Zimmern zu leben, ohne Bad und mit einem Waschtag pro Woche mit all den dazugehörigen Vorbereitungen, wenn zum Beispiel Windeln gekocht werden mussten. Für junge Frauen heute sei es unvorstellbar, dass ihre ältere Geschlechtsgenossinnen erst in den 60er und 70er-Jahren die völlige Gleichstellung erreicht hätten. So betonte auch Anita Stahl: „Noch nie zuvor war die Frau in der Gesellschaft so sichtbar und so erfolgreich wie heute.“ Auch das sei ein Erfolg der jahrzehntelangen Arbeit der Verbände wie des DHB, die sich für die Anerkennung der Frau in der Gesellschaft engagiert haben.

Als eine mutige Entscheidung beschrieb es Dzewas, dass die Stadtfrauen sich schließlich von Dachverband gelöst haben. Das habe nicht nur eine Lösung von beispielsweise finanziellen Verpflichtungen an den Verband bedeutet, sondern gleichzeitig auch viel mehr Verantwortung und Aufgaben vor Ort. Darüber hinaus würdigte der Bürgermeister das soziale Engagement der Stadtfrauen. Dabei gehe es vor allem um Vereine und Institutionen in Lüdenscheid und Umgebung, die sich wiederum der Hilfe von Menschen in schwierigen Lebenssituationen verschrieben haben und die nicht mehr wegzudenken sind, wie die Lüdenscheider Tafel oder die Vereine Miki und Glücksbringer.

Mit heiteren und besinnlichen Liedern untermalten die Sänger des Gemischten Chors Wesselberg unter der Leitung von Maidi Langebartels die Feierstunde.

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