Prüfmängel können nicht rechtzeitig beseitigt werden / Kein Vorwurf an die Stadt

Fest der Märkischen Werkstätten am Samstag fällt aus 

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Der Werkstattchor begeisterte beim Werkstattfest 2017 das Publikum.

Lüdenscheid - Das für den kommenden Samstag geplante Fest der Märkischen Werkstätten am Freisenberg fällt aus. Die notwendigen Prüfbescheide für sicherheitsrelevante Einrichtungen liegen dem Bauamt nicht vor. Die Enttäuschung unter den Beschäftigten, die sich schon mit viel Einsatz auf das Fest vorbereitet hatten, ist groß. „Wir können aber der Stadt keinen Vorwurf machen“, macht Matthias Weindorf, Bereichsleiter Montage der Werkstätten, deutlich. „Wir haben es versäumt, die notwendigen Unterlagen einzureichen.“ 

Für das Fest hätte die Stadt eine sogenannte „temporäre Nutzungsänderung“ erteilen müssen. Die aber habe nicht erteilt werden können, weil einige Prüfbescheide noch Mängel ausgewiesen, andere gar nicht vorgelegen hätten, erklärte Georg Thomys. Nach Angaben des Fachdienstleiters Bauordnung stellten externe Sachverständige bereits vor geraumer Zeit Schwachstellen bei Sicherheitsbeleuchtung, Lüftung, Brandmeldeanlagen, Entrauchung und ortsfesten Löschanlagen fest. „Die Mängel sind bislang nicht abgestellt.“ 

Das führe nicht automatisch zu einer Nutzungsuntersagung des Tagesbetriebs, aber „wir können nicht noch draufsatteln“, sagte Thomys. Das beliebte Werkstattfest zieht seit inzwischen 26 Jahren jedes Jahr rund 800 bis 1000 Besucher an. Für die 220 Beschäftigten ist die Veranstaltung, die am Samstag unter dem Motto „Strand und Piraten“ stehen sollte, ein Höhepunkt im Jahreskalender, denn das gesamte Haus ist in Vorbereitungen und Ablauf eingebunden.“ 

Die Betriebsstätte Freisenberg gehört zu den Werkstätten des Evangelischen Johanneswerks. Hier sind Menschen mit Behinderung in verschiedenen Bereichen – von der Industriemontage bis zur Hauswirtschaft – tätig. Für Weindorf ist die Entscheidung der Stadt nachvollziehbar. „Wir haben die Auflagen nicht erfüllt.“ Thomys hatte den Werkstätten zwar noch eine Frist bis Freitag eingeräumt („Die Außenanlagen sind ohnehin nicht betroffen.“), aber am Dienstag zogen die Verantwortlichen am Freisenberg die Reißleine. Kuchen, Bierwagen und das Catering wurden abbestellt. „Wir bleiben jetzt nicht auf Dutzenden von Torten sitzen.“

 Für die Beteiligten, unter ihnen Annegret Beinlich, ist die Absage eine große Enttäuschung. „Wir wollten mit der Kampfschule Bushido auftreten und haben viel für unseren Auftritt trainiert.“ Vom Werkstatt-Team ist jetzt schnelles Handeln gefordert. Für Ende November ist wieder der Adventsmarkt vorgesehen. Weindorf: „Wir arbeiten an der Beseitigung der Mängelliste.“

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