Diese Promis kommen zum Lüdenscheider Gespräch

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Günter Verheugen ist zu Gast beim Lüdenscheider Gespräch.

Lüdenscheid – Mit dem Thema „Pragmatische Phantasie“ in der Politik – sozial, liberal und streitbar“ gehen die Lüdenscheider Gespräche am Mittwoch, 12. Februar, ab 18 Uhr im Roten Saal des Kulturhauses in die nächste Runde. Zu Gast in an diesem Abend Ingrid Matthäus-Maier in einem biografischen Gespräch. Die Moderation übernimmt Dr. Wolther von Kieseritzky vom Archiv des Liberalismus, Potsdam.

Ob bei der FDP und den Jungdemokraten, im Bundestag, später in der SPD oder als Bankmanagerin – Ingrid Matthäus-Maier stand meist als eine der ersten Frauen in Führungspositionen der Politik und Wirtschaft. 1982 kämpfte sie vehement – aber vergeblich – gegen das Ende der Koalition von SPD und FDP. Danach legte sie alle Ämter nieder, insbesondere auch ihr Bundestagsmandat, und wurde wieder Verwaltungsrichterin. Das Gespräch nimmt die Zeitenwende der sozialliberalen Koalition vor 50 Jahren in den Blick. Ingrid Matthäus-Maier scheut auch heute nicht klare Worte, etwa zur Trennung von Staat und Kirche, und streitet unvermindert für ihre Überzeugungen, heißt es in der Einladung zum Gespräch.

Am Mittwoch, 11. März, steht die „Konspirative Justiz als politische Strafjustiz in der DDR“ im Mittelpunkt. Referieren wird Dr. André Gursky, Halle (Saale), die Moderation übernimmt Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch von der gastgebenden Fernuniversität in Hagen.

Als „Schild und Schwert der SED“ übte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) maßgeblichen Einfluss auf das Justizsystem der DDR aus. In Anbetracht der Befugnisse der Geheimpolizei ist von einem System der „konspirativen Justiz“ im Sinne der verdeckten Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Justizapparat auszugehen. In seinem Vortrag spricht der Referent über Dimensionen der konspirativen Justiz im SED-Staat und verdeutlicht die weltanschauliche Grundlegung der politischen Justiz im abgestimmten Handeln zwischen Geheimdienst auf der einen und von Partei-, Justiz- und Staatsfunktionären auf der anderen Seite. André Gursky studierte Philosophie und Geschichte an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. 2010 promovierte er an der halle’schen Universität zur politischen Justiz in der DDR.

Am 29. April referiert Professor Dr. Michael Göring im Rahmen der Lüdenscheider Gespräche über das „Hotel Dellbrück“, eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus. „Hotel Dellbrück“ zeichnet die Geschichte einer Familie über zwei Generationen nach. Vater Sigmund Rosenbaum musste 1938 mit 15 Jahren aus seiner westfälischen Heimat fort, weil er Jude war. Dank der Kindertransporte überlebt er den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust in England. Göring lässt seine Gäste tief eindringen in die Innenwelt dieses jungen Emigranten. Der Referent zeigt eine große Reise auf, die Suche nach Bindung und Heimat, eine Reise, die zum Nachdenken über Identität, über Heimat, über das, was wirklich zählt, anregen soll. Diese Veranstaltung findet mit Blick auf den Jahrestag der Deportation der letzten Juden aus Lüdenscheid 1942 statt. Am 27. Mai ist Günter Verheugen im biografischen Gespräch zu Gast. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung, Archiv des Liberalismus, Potsdam. Am 10. Juni referiert Dennis Möbus von der Fernuniversität in Hagen über die Erfahrung der Freiheit: „Märkische Amerikaauswanderer und die Bürgerrechte, 1830-1880“.

Für den Herbst ist am 16. September die Unternehmens- und Familiengeschichte Sartorius vorgesehen. Am 7. Oktober spricht Daniel Siemens über „Sturmabteilung – Die Geschichte der SA“. Der Dokumentarfilm „Brüder und Schwestern“ wird am 25. November gezeigt. Zu Gast ist dann der Filmemacher Pavel Schnabel.

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