Übernahme der Klein GmbH durch die Kram GmbH binnen weniger Tage

Fenstermontagebetrieb nach Insolvenz im Sprint zur "runden Lösung" geführt

Dr. Martin Plappert (links) und Unternehmer Andy Kram haben im Sprint eine Insolvenz zur „runden Lösung“ geführt.

Lüdenscheid - Insolvenzverfahren sind in der Regel eine zähe Angelegenheit, die sich über Jahre hinziehen können. Einen ganz anderen Fall erlebte Dr. Martin Plappert von der Kanzlei Bergfeld & Partner am Rathausplatz. Die Übernahme der Klein GmbH, ein bekanntes Fenstermontageunternehmen mit Sitz an der Parkstraße 116, durch die Kram GmbH ging innerhalb weniger Tage über die Bühne.

„Das war insgesamt eine sportliche Angelegenheit und ist die beste Lösung für alle Seiten, einschließlich der Kunden“, bilanzierte der Fachanwalt für Insolvenzrecht. 

Kurzer Rückblick: Im Oktober 2014 verkaufte der damalige Eigentümer aus Altersgründen seine Gesellschaft, zwei ehemalige Mitarbeiter führten das Unternehmen fort, das durch einen „großen Gewährleistungsfall“ in die Schieflage geriet. 

Am 22. Mai dieses Jahres wurde Dr. Plappert zum vorläufigen, am 1. August zum Insolvenzverwalter bestellt. Nach der Klärung der Vermögenssituation des Betriebs startete der Investorenprozess.

Fünf Tage nach Erstkontakt Angebot abgegeben

Der endete in rekordverdächtiger Zeit. Seit dem 1. September ist Andy Kram neuer Eigentümer des Fenstermontagebetriebs. 

Andy Kram, selbst viele Jahre unter dem Alteigentümer und in der nachfolgenden Gesellschaft tätig, hatte am 16. August den ersten Kontakt zum Insolvenzverwalter aufgenommen und fünf Tage später sein Angebot abgegeben. 

„Das ist alles sehr schnell und professionell abgelaufen“, bilanziert Dr. Plappert. Gespräche mit dem Geldinstitut, Aushandeln der Vertragseinzelheiten, Gründung der Kram GmbH – am 31. August unterzeichneten beide Parteien den Kaufvertrag mit Wirkung zum selben Tag um 24 Uhr. 

Bester Kaufpreis, Know-how und beste Aussichten

„Nach der berühmten juristischen Sekunde“ lag der Betrieb in neuen Händen. Der beste Kaufpreis, vorhandenes Know-how und die besten Aussichten – all diese Vorzüge habe Kram in die Waagschale gelegt und den Zuschlag verdient erhalten, unterstreicht der Anwalt. „Das Gesamtpaket hat gepasst.“ 

In dem mit vier Mitarbeitern besetzten Betrieb (drei für Montage, eine Bürofachkraft) bleibt mit Bernd Thriné auch ein ehemaliger Gesellschafter an Bord. 

Mit erfahrenen Mitarbeitern am alten Standort

Erleichtert ist Andy Kram sowohl über den unkomplizierten Ablauf der Betriebsübernahme wie auch über die langsam abnehmende Anspannung. „Das war natürlich eine aufreibende Zeit.“ 

An die Kunden richtet er die Botschaft: „Es geht am alten Standort mit erfahrenen Mitarbeitern in die Zukunft.“ Unterschrieben ist auch der neue Mietvertrag für den alten Firmensitz. „Auch das war völlig unproblematisch.“ 

Zeit für Muße ist nach dem Übernahmesprint nicht angesagt: „Ein Drittel der Zulieferer war bereits hier, die anderen kommen jetzt nach und nach.“

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