Felix muss "schwer verletzt" zum Restaurator

„Hundehalter“ auf Zeit: Andreas Fritz, Technischer Leiter des STL, mit dem beschädigten Felix. - Fotos: Moos

Lüdenscheid - Felix, der treue Hund des Lüdenscheider Wahrzeichens Onkel Willi, ist schon wieder „schwer verletzt“. Zwei bislang unbekannte Männer haben die kleine Bronze-Skulptur in der Nacht zum Sonntag auf dem Sternplatz mit roher Gewalt aus ihrer Verankerung gerissen und dabei Felix’ linken Vorderlauf abgebrochen.

Die Stadt erstattete Strafanzeige. Felix muss repariert werden. Onkel Willi hält derweil alleine die Stellung.

Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass der beliebte Bronze-Hund nicht Opfer einer Entführung geworden ist. Was die Täter zu ihrem Handeln bewogen hat, ob sie die Skulptur als wertvolles Altmetall verkaufen oder einschmelzen oder sich ein wertvolles Souvenir aus der Kreisstadt sichern wollten, bleibt zunächst im Verborgenen.

Doch nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei dürfte sich der Fall etwa so abgespielt haben: Im Johnny-Mauser-Club im Tiefgeschoss des Forums ist eine wilde Party im Gange. Während die Bässe wummern und die Türsteher für Sicherheit sorgen, verlässt eine der Kellnerinnen, eine 26-jährige Lüdenscheiderin, den Club, um frische Luft zu schnappen.

Da kommen ihr zwei Männer entgegen, die die rund zehn Kilogramm schwere Figur bei sich tragen. Wie ein Ermittler der Polizei aus dem Protokoll zitiert, habe die junge Frau Felix sogleich erkannt und zu den Männern gesagt: „Der Hund bleibt in Lüdenscheid!“

Darauf stellen die Täter die Bronze-Skulptur ab und ergreifen unerkannt die Flucht. In der Kürze und Hektik kann sich die Zeugin zum Leidwesen der Fahnder keine Details über Aussehen oder Kleidung der Gesuchten merken. Sie nimmt sich aber des Metall-Hundes an, bringt ihn zum Johnny Mauser und übergibt sie den Türstehern, die gegen 2.40 Uhr die Polizei rufen.

Felix verbringt zwei Nächte auf der Wache an der Bahnhofstraße. Die linke Vorderpfote ragt noch als kleiner Stumpf aus dem Pflaster vor dem Haus Hulda. Onkel Willi scheint es zumindest äußerlich mit Gleichmut hinzunehmen, dass sein Gefährte ihm nicht zur Seite steht. Gegen 10 Uhr am Montagmorgen holen zwei Männer vom STL die Skulptur bei der Polizei ab, sichern die kaputte Vorderpfote und schaffen sie ins Zwischenlager in einer Werkstatt am Fuhrpark.

Hier wird der Technische Leiter des STL, Andreas Fritz, zum Hundehalter wider Willen. Glücklich macht ihn das augenscheinlich nicht. „Die Reparatur wird auf jeden Fall um einiges teurer als eine Behandlung beim Tierarzt.“

Der Duisburger Restaurator Ulrich Feldhaus, der schon der Waldemar-Wien-Brunnen in der Oberstadt wieder zum Leben erweckt hat, soll den kleinen Felix – ebenfalls aus der Hand Waldemar Wiens – jetzt „heilen“. Wie lange Onkel Willi alleine bleibt, ist derzeit völlig offen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare